Lebensstil bestimmt Krankheitskarriere
Lebensstil bestimmt Krankheitskarriere
Vortrag bei der Diabetiker-Selbsthilfegruppe Oberkirch
»Diabetiker-Lebensmittel täuschen nur vor, gesund zu sein, in Wirklichkeit haben sie nur Nachteile«, lautete das Fazit von Bernhard Stunder bei der jüngsten Veranstaltung der Diabetiker-Selbsthilfegruppe Oberkirch und Umgebung im Gasthof »Pflug« Obwohl dieser Sachverhalt schon länger bekannt sei, so der Diabetesberater und Diätassistent, habe die Politik erst jetzt reagiert. Innerhalb der kommenden drei Jahre müssen die als »Diabetiker«-Produkte deklarierten Waren aus den Regalen verschwinden. »Süßstoff ja – Diabetikerprodukte nein«, lautete die Empfehlung.
Thema des Abends war »Gesunde Ernährung statt Diät«. »Die beste Therapie bei Diabetes ist nach wie vor die richtige Ernährung und ausreichend Bewegung«, betonte er und machte deutlich, dass die »Krankheitskarriere« eines Diabetikers entscheidend vom Lebensstil geprägt werde. Positiv bewertet wurden Vollkornmehl und der Weg zurück zu Produkten wie Pellkartoffeln.
Krebs-Prävention
Stunder ging auf Empfehlungen der Krebsforschungsstelle Freiburg ein, nach der zwei Mal 120 Gramm Fleisch pro Woche vernünftig wären, ebenso bis zu drei Mal 80 Gramm Wurst. Als gute Prävention gegen Krebserkrankungen wurden grüner Tee, sekundäre Pflanzenstoffe und Omega-3-Fettsäuren angeführt. Knoblauch, Leinsamen, Brokkoli, Ingwer, Obstessig, Senf und Meerrettich zählte er zu den natürlichen Antibiotika. Hinweise galten »versteckten Fetten« und »gefäßschädigenden Fetten«, neben Pflanzenfetten und Margarine wurden die Fette in Produkten wie Pommes, Chips sowie Fleisch- und Wurstwaren genannt, während Butter heute als weniger belastend eingestuft wird
Stattdessen empfahl Stunder kaltgepresste Öle zum Braten und raffinierte Öle zu Salaten. Positiv herausgestellt wurden Raps-, Oliven- und Walnussöl, da sie Omega-3-Fettsäuren enthalten und gut sind für das Immunsystem.
»Kardinalfehler«
Als »Kardinalfehler« für die Verdauungsorgane stellte er heraus, dass oft zu viel, zu fett, zu schnell, zu spät und zu schwer gegessen und zu den Mahlzeiten zu wenig Wasser getrunken werde. Ein Großteil der Erkrankungen an Diabetes Typ-II hätten eine wesentliche Ursache darin, dass Fehler in der Ernährung gemacht werden – zuviel von Fertigprodukten bis zu tierischen Fetten, von Süßigkeiten bis zu Alkohol oder Nikotin. Bei Wurst oder Süßigkeiten komme es auf die Dosis an, betonte der Referent und appellierte, bei Fertigprodukten auf die Zutatenliste zu achten.
»Zu viel Fett begünstigt die Insulinresistenz«, betonte Stunder. Den Zuhörern empfahl er eine »mediterrane Kost«.
In der Diskussion nannte Stunder Trockenfrüchte eine sinnvolle Lebensmittelergänzung. Zur Berechnung von BE-Einheiten empfahl er allen, die mehr als vier Mal täglich Insulin spritzen, eine regelmäßige Auffrischung der Ernährungsberatung.
Als Anerkennung für einen lebendigen Vortrag zum Thema Diabetes überreichte Gerhard Blaschke (links) Bernhard Stunder ein Weinpräsent.
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