»Konus und Kurtaxe kommen«
Oberkircher Wirte bekennen sich zur »Renchtal GmbH« / Mehr Mitsprache durch Gesellschafterrolle
Die Oberkircher Wirte akzeptieren die Einführung von Konus – auch wenn das System, das Gästen freie Fahrt im Nahverkehr gewährt, ihrer Meinung nach nicht optimal zu ihren Anforderungen passt. Sprecher Axel Noack sieht darin ein Zugeständnis an die »Renchtal GmbH«, zu der die Wirte stehen.
Axel Noack hat keinen Zweifel daran, dass die »Renchtal GmbH« kommt. »Die Entscheidung ist klar, es geht nur noch um Details«, bewertet der Vorsitzende der Oberkircher Wirtegemeinschaft die Verhandlungen um die gemeinsame Tourismusorganisation füer Oberkirch, Lautenbach und Oppenau
Dass die Entscheidung im Gemeinderat über den Vertragsschluss am Montag vor einer Woche vertagt worden ist, war für Noack »überraschend, aber das sollte man nicht überbewerten«.
OB Matthias Braun hatte die Verzögerung damit begründet, dass noch abschließende Gespräche mit den Leistungsträgern geführt werden müssen, die neben den Kommunen Gesellschafter der GmbH werden sollen. Zu ihnen gehören auch die Wirte. Den Starttermin 1. Januar 2011 hält Noack für »richtig und wichtig«.
Die Oberkircher Wirte sehen laut Noack die GmbH positiv: »Sie bringt allen Beteiligten hauptsächlich Vorteile.« Zudem treibe sie die Entwicklung voran, auch wenn der wirtschaftliche Erfolg der Wirte in erster Linie am eigenen Angebot hänge.
Für den Zusammenschluss sind die Gastronomen auch bereit, Zugeständnisse zu machen – beispielsweise beim Thema Konus. Das System, das Gästen die kostenlose Nutzung des Nahverkehrs ermöglicht, soll auch in Oberkirch eingeführt werden, um gleiche Voraussetzungen zu schaffen. In Oppenau und Lautenbach gilt es schon
»Im Zuge der Zusammenarbeit muss man die Anpassung machen«, so Axel Noack, auch wenn der Hotelier feststellt: »Ich akzeptiere die Einführung von Konus, aber ich begrüße sie nicht.«
Nicht, weil er das Angebot für schlecht hält: »Konus ist eine tolle Sache, auch wenn es für Oberkirch nicht ganz passend ist.«
Oberkirch habe eine andere Gästestruktur als die anderen Gemeinden – mehr Geschäftsreisende, die mit dem Auto kommen, weniger Langzeiturlauber, die gerne auch einmal einen Ausflug machen.
Gegenfinanziert werden sollen die Kosten, die der Gemeinde für Konus entstehen, über eine Kurtaxe. »Konus und die Kurtaxe werden kommen«, so Noack. Wann und in welcher Höhe die Kurtaxe kommt, »das ist keine Entscheidung, die bei den Wirten liegt.« Der Gemeinderat stimmt voraussichtlich am 22. November ab.
»Realistischer Zeitplan«
Der Wirt des Bottenauer »Rebstock« rät, dabei einen »realistischen Zeitrahmen« vorzugeben. Beides schon zum
1. Januar einzuführen, hält er für problematisch. Die nächste Frage ist: Wer wird von der Kurtaxe befreit, welche die Wirte an die Gemeinde zahlen sollen? Kinder, Behinderte, beruflich am Ort tätige Gäste? Jede Gemeinde habe da ihre eigenen Regeln«, weiß Noack.
Eine konkrete Erhebung, wie die Gäste sich in diese Gruppen verteilen, hat er nicht. Ob die Wirte die Kurtaxezahlung an die Gäste weitergeben, entscheiden sie individuell.
STICHWORT
Wirtevertreter
Die Gesellschafterrolle in der Renchtal GmbH ermöglicht den Wirten laut Axel Noack, touristische Belange aktiv mitzugestalten und bei Diskussionen im Aufsichtsrat mitreden zu können. »Wir werden zwar dort nicht die Mehrheit stellen, sind aber mit am Ball«, so Noack. Drei Sitze sind für Gastronomen und Privatzimmervermieter reserviert. Die Zusammenarbeit mit den Touristikern war schon bisher »recht gut« gewesen. In der GmbH wird sie institutionalisiert.
Für zweitrangig hält Noack die Frage, ob die drei Wirtegemeinschaften zunächst eine gemeindeübergreifende GbR gründen oder ob jede der bisherigen Organisationen einfach einen Vertreter stellt. »Da müssen wir nochmal Rücksprache halten.« Gleiches gilt für die Vertretung der Privatzimmervermieter. Wichtiger als die Struktur ist ihm »effektive Arbeit im Aufsichtsrat«.
Wirtegemeinschaftsvorsitzender Axel Noack ist bei Konus zu Zugeständnissen bereit.
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