Kein Polit-Theater bei SPD-Konferenz
Uwe Hengherr einstimmig als Kandidat für die Landtagswahl nominiert / Kampfeslust ungebrochen
»Die Ortenauer FDP könnte sich hier eine Scheibe abschneiden«, lautete der Kommentar eines Delegierten nach der reibungslosen Nominierungskonferenz der SPD in der Kehler Stadthalle am Dienstag
Keinerlei Polit-Theater gab es bei der Wahl des Landtagskandidaten für den Landtagswahlkreis 52, zu dem neben Kehl auch Achern und Oberkirch gehören: Uwe Hengherr konnte genauso wie Zweitkandidatin Manuela Bergmaier alle Stimmen hinter sich vereinen – die 42 stimmberechtigten Delegierten votierten geschlossen für ihre Kandidaten.
Uwe Hengherr kandierte bereits bei der Landtagswahl 2006 und will es nun nochmals wissen. Er sei Realist und wisse, wie schwierig es sei, in seinem Wahlkreis das Mandat zu bekommen. »Aber ich trete nicht als Zählkandidat an, ich trete nicht zum Verlieren an, sondern um mit Euch einen furiosen Wahlkampf hinzulegen.« Der 50-jährige Zollbeamte hat trotz der damaligen Wahlniederlage weiterhin den Spaß an der Politik behalten. Das, was vor fünf Jahren verloren ging, möchte der SPD-Kandidat nun wieder zurückgewinnen.
In den vergangenen fünf Jahren habe sich in Baden-Württemberg nichts getan, meinte Hengherr, der scharfe Worte gegen die Schul- und Arbeitsmarktpolitik der Landesregierung richtete. »Was ist aus dem Kinderland geworden, das die CDU uns versprochen hat?« Hengherr tritt unter anderem für Ganztagsschulen, den Erhalt von Schulen vor Ort, gerechte Ausbildung und kostenfreie Bildung vom Kindergarten bis zum abgeschlossenen Erststudium ein. Im Arbeitsmarktbereich wolle er sich für das heimische Handwerk, einen Mindestlohn sowie ein Tariftreuegesetz starkmachen, der Lohndumping und Leiharbeit möglichst verhindern soll
Viel Beifall von der Versammlung erhielt der Kandidat bei seiner Forderung, am Atomausstieg festzuhalten und die regenerativen Energien stärker zu fördern. Ebenfalls auf positive Resonanz stieß der Vorschlag, den Öffentlichen Personennahverkehr zu verbessern: »Ein gemeinsamer Tarifverbund mit Straßburg, in dem man nur ein Ticket benötigt, wäre eine Chance für einen funktionierenden Eurodistrikt.«
In Richtung Stuttgart meinte der Kandidat zur Finanzsituation selbstbewusst: »Wer reichlich oberrheinischen Kies hat, muss noch lange nicht mit der Kohle im Haushalt richtig umgehen können.«
Hengherr ist in Lörrach aufgewachsen. 1980 zog er nach Kehl für seine Ausbildung zum Zollbeamten, wo er seitdem auch lebt. Lange Jahre war er als Personalratsvorsitzender beim Hauptzollamt Kehl tätig. Derzeit leistet Hengherr bei der Finanzkontrolle in Offenburg seinen Beitrag zur Bekämpfung der Schwarzarbeit. Seit fast 30 Jahren ist er auch aktiv in der ötv und seit Kurzem auch bei verdi. Neben seinem Job ist der Vater zweier Töchter als Vertrauensperson der Schwerbehinderten beim Hauptzollamt Lörrach tätig.
Zweitkandidatin Manuela Bergmaier (39) aus Renchen-Erlach ist Mutter einer siebenjährigen Tochter und OP-Schwester im Klinikum Offenburg. Ihre erste politische Erfahrung machte sie bereits im Ortschaftsrat Erlach, wo sie fünf Jahre lang mitwirken konnte.
Uwe Hengherr und Manuela Bergmaier bewerben sich für die SPD im Wahlkreis 52 für ein Landtagsmandat.