Jury mit Obst und Musik begrüßt
Herbert König: »In Erlach wurden nicht nur die Fassaden gestaltet, sondern auch das Gemeinwesen«
Für den Landeswettbewerb »Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden« hatte Erlach bereites zwei Hürden genommen und sich für den Landesentscheid qualifiziert. Am Donnerstagnachmittag besuchte die Landeskommission den Renchener Ortsteil.
Bis zum 20. September bereist die mit Fachleuten unterschiedlicher Couleur bestückte Landesjury Baden-Württemberg und besichtigt unter Leitung von Ingrid Bisinger jene zehn Orte, die sich für die Endrunde qualifiziert hatten
Für Ortsvorsteher Herbert König und die meisten seiner Erlacher war der Erfolg bei den vorangegangenen Entscheiden Grund, sich noch einmal so richtig anzustrengen, dem Dorf den »letzten Feinschliff« zu verpassen. Da wurde noch während der Besichtigung durch die Kommission dem Gartenzaun am Kindergarten ein frischer Anstrich verpasst, der Garten der Grundschule herausgeputzt, es wurde geerntet, damit die Kommission auch mit frischen Früchten verwöhnt werden konnte.
»Wenn sich unser Nachbarland Bayern im Papst-Fieber befand, so hatten wir uns mit großem Engagement auf den Besuch der Bewertungskommission vorbereitet«, grüßte Herbert König die Besucher. »Der heutige Tag ist in der 725-jährigen Geschichte Erlachs einmalig«, versicherte er den Gästen. Entsprechend waren diese mit zünftiger Musik der Jugendkapelle und durch die Flötengruppe begrüßt worden. Der »erste Vogt« der Gemeinde, Joachim Kupferer, hieß die Gäste willkommen, er sprach in Gestalt von Horst Öhler.
Das jetzige Ortsoberhaupt Herbert König erläuterte die Anstrengungen aller Erlacher, den Ort so zu gestalten, dass man eine Chance im Wettbewerb habe. Gleich, ob es sich um die Verbesserung des Lebensumfeldes handele, die Erarbeitung einer Gestaltungs- und Entwicklungssatzung, die Förderung des Zusammengehörigkeitsgefühls, die vielfältigen Vereinsstrukturen – immer sei die Begeisterung der Bevölkerung an der Entwicklung zu spüren gewesen
»Nicht nur Fassaden wurden gestaltet, sondern auch das Gemeinwesen«, betonte König.
Landrat Klaus Brodbeck erinnerte an die Entstehung des Bürgerhauses das mit viel Engagement der Bürger gebaut wurde. Aus eigener Erfahrung (früherer Bürgermeister) wisse er den Gemeinschaftssinn der Erlacher zu schätzen.
Bürgermeister Bernd Siefermann ging auf die Entwicklung des Ortes ein, auf die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, die Bauleitplanung mit restriktivem Landschaftsverbrauch. Die Infrastrukturmaßnahmen seien verbessert worden, Hofläden bieten ebenso Einkaufsmöglichkeiten wie die mobilen »Brot- und Wurstwägele«. 2007 soll es wieder eine Bäckerei im Ortsteil geben.
Einen Lacherfolg erntete der Schultes erklärte, dass bei 72 Kleinbrennern die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet sei. Allerdings gebe es auch die Getreidemühle Walz mit ihrem Verkaufsladen, die Versorgung mit Wurst- und Fleisch durch das Gasthaus „Drei Könige“, es gebe ausreichend Gaststätten, Bäckereinen und Getränkehandlungen.
Wein und Brot
Beim anschließenden Rundgang durch die Gemeinde konnten sich die Mitglieder der Kommission von Pflanzbeeten, Entsiegelungen und anderen baulichen Entwicklungen überzeugen. Wie die Aktivitäten der Gemeinde angenommen werden – davon konnten sich die Jury-Mitglieder gleich ein Bild machen: Einige Senioren machten Rast am Dorfbrunnen, viel Betrieb herrschte am Verkaufswagen einer Metzgerei, bei der Schule fand just am Besuchstag eine Warentauschbörse statt und der örtliche Weinerzeuger Bimmerle hatte zu Kostproben eingeladen. Es wurde auch ein Hofladen (Huber) besichtigt und bei der Familie Männle Holzofenbrot gegessen.
Zum Abschluss der Besichtigungstour informierte die Verwaltung über die Renchrenaturierung, das historische Erlach und schließlich sang auch noch der Kirchenchor.