Im Boden schlummern Kosten

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Das private und kommunale Netz an Abwasserleitungen muss regelmäßig kontrolliert werden

Die Instandhaltung der Abwasseranlagen zum Schutz des Grundwassers ist eine Daueraufgabe kommunaler und privater Betreiber. Dabei können Kommune und Privatmann voneinander profitieren, um künftigen Generationen die Ressource Grundwasser zu erhalten.

 

Laut Wasserhaushaltsgesetz sind Betreiber von Abwasseranlagen dazu verpflichtet, deren Zustand selbst zu überwachen. Für die Stadt Achern als Betreiber einer kommunalen Abwasseranlage bestehen weitere Auflagen So muss etwa das gesamte Leitungsnetz der Regen-, Misch- und Schmutzwasserkanäle alle zehn bis 20 Jahre geprüft werden.
Die Stadt Achern hat bereits das gesamte Leitungsnetz mit einer Länge von rund 280 Kilometern vollständig untersucht, heißt es in einer Pressemitteilung. In den Wiederholungsuntersuchungen sind etwa 60 Prozent aller öffentlichen Kanäle bereits im zweiten Durchgang untersucht worden.
Per TV-Untersuchungen, erstellt mit fahrbaren Kameras, werden Risse, Wurzeleinwuchs oder Senkungen detektiert. Das Leitungsnetz wird dafür in Abschnitte unterteilt, der Zustand in Klassen zwischen eins und fünf eingestuft.
Gebiete mit der schlechtesten Zustandsklasse sind in der Regel bei Kanälen, die älter als 50 Jahre alt sind, vorzufinden. Das trifft hauptsächlich auf das Leitungsnetz in der Kernstadt zu. In den Acherner Stadtteilen sind die Abwasserleitungen in der Regel jünger.
Sachverständige werten die Ergebnisse aus und schlagen Sanierungsverfahren vor und erstellen ein Gesamtkonzept. In Abhängigkeit der Dringlichkeit und der finanziellen Möglichkeiten folgt die Umsetzung. Wie die Stadt weiter mitteilt, hat es sich bisher als sinnvoll erwiesen, die Hauptleitungen des Kanalnetzes nicht isoliert zu betrachten, vielmehr werden die Anschlüsse der privaten Grundstücke einbezogen.
530 Kilometer privat
Die Gesamtlänge aller privaten Grundstücksentwässerungsanlagen in Achern schätzt die Stadt auf rund 530 Kilometer

Ist eine Sanierung notwendig, können somit erhebliche Synergieeffekte in der Planung und Bauausführung genutzt werden. Erste Projekte dieser Art werden derzeit in Wagshurst und am Achersammler umgesetzt.
Wie bereits berichtet, muss nach ersten Untersuchungen rund ein Viertel der öffentlichen Kanäle, also rund 70 Kilometer, mit prognostizierten Kosten von etwa 24 Millionen Euro saniert werden. Der Wiederbeschaffungswert für das bestehende Gesamtnetz mit rund 810 Kilometer Abwasserleitungen wird auf circa 295 Millionen Euro geschätzt.
Derzeit bestehen laut Mitteilung noch keine unmittelbaren gesetzlichen Vorgaben, wonach private Eigentümer ihrer Leitungen selbst prüfen müssen. Eine Änderung der Bestimmungen ist jedoch zu erwarten.
Infos sind hilfreich
Durch die Einführung der gesplitteten Abwassergebühr werden sich Entsiegelungs-, Rückhalte- und Versickerungsmaßnahmen gebührenmindernd auswirken. Daher ist es wichtig, die eigene Entwässerungssituation genau zu kennen (Höhenlage, Verlauf, Hausrevisionsschächte, Zustand der Abwasseranlage). Entsiegelungen bei geeignetem Untergrund oder die Verwendung besserer Baustoffe können die Gesamtsituation verbessern.

 

 

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