Fruchtig bis ins Rio-Negro-Tal
Weltweit verkauft der Oppenauer Günter Bimmerle seine Edelbrände / Produktion auch in Argentinien
Vor rund 40 Jahren startete Günter Bimmerle im Renchener Ortsteil Erlach mit einer Abfindungsbrennerei und einem Branntweinhandel in die Selbstständigkeit Inzwischen ist daraus eine stetig expandierende Unternehmensgruppe mit Standorten in Deutschland, Frankreich sowie Argentinien geworden, die ihre Produkte in die ganze Welt verkauft. Die Gruppe schrieb 2005 einen Umsatz von 720 Millionen Euro und investierte in den vergangenen fünf Jahren rund 180 Millionen Euro. Heute feiert der passionierte Waidmann und Fußballer seinen 65. Geburtstag.
Obwohl weltweit aktiv, ist Günter Bimmerle seiner Ortenau treu geblieben. In Oppenau, wo sich auch heute noch Brennerei und Lager befinden, ist Günter Bimmerle auch wohnhaft. Selbst die neue Sport- und Kulturhalle wurde seines Namens gewürdigt. Die Verbundenheit mit der Stadt Oppenau zeigt sich bei Günter Bimmerle in der tatkräftigen Unterstützung gemeinnütziger Vorhaben. Auch die Spenden anlässlich seines Geburtstages fließen Oppenauer Institutionen zu.
Die Verwaltung der deutschen Unternehmensgruppe ist schon seit zehn Jahren in Achern-Mösbach. Bereits 1984 kaufte Bimmerle die dort ansässige Brennerei Sutterer und baute den Standort nach und nach zu einem modernen Industriebetrieb mit großen Lagerkapazitäten aus.
Sein unternehmerischer Weitblick trug Früchte, denn mit Brennereien in Oppenau, Achern-Mösbach und im argentinischen Rio-Negro-Tal ist Bimmerle Marktführer bei Edelbränden in Deutschland und belegt auch im europäischen Markt einen Spitzenplatz. Mit der Marke »Lörch« ist Bimmerle die Nummer eins, und somit Deutschlands meistgetrunkener Obstbrand
Pro Tag werden bis zu 120 000 Flaschen versandfertig gemacht und fast ausschließlich durch den eigenen Fuhrpark zum Kunden begleitet.
Als weiteren Pluspunkt für die Erfolge nennt er die Standorte der Brennereien: »Mitten in Schwarzwälder Obstplantagen gelegen, begleiten wir von Anfang an die edlen Früchte bei ihrem Reifeprozess. Vom Anbau bis zur Destillation und Auslieferung zum Kunden.«
Doch nicht nur edle Brände tragen Bimmerles Handschrift. 1988 stieg der Renchtäler Unternehmer mit viel Risiko, so Bimmerle rückblickend, mit seiner Gruppe bei der »Les Grands Chais de France« (Gründung 1979 ) ein.
Der Schritt über den Rhein und das Wagnis dafür viel Geld in die Hand zu nehmen, hat sich für Günter Bimmerle gelohnt. Denn inzwischen ist Les Grands Chais de France (GCF) größter Weinexporteur in Frankreich mit Firmensitz im elsässischen Petersbach. Die Gruppe beschäftigt mehr als 1200 Mitarbeiter. Allein von der erfolgreichsten Weinmarke weltweit, »J.P. Chenet«, wurden im letzten Jahr mehr als 70 Millionen Flaschen verkauft. GCF beliefert Kunden in 160 Länder, bei einem Exportanteil von über 70 Prozent.
Die GCF-Gruppe hat mehrere Betriebsstätten in den bekanntesten Weinbauregionen Frankreichs, vom Elsass über den Jura, von der Bourgogne über die Loire bis nach Bordeaux. In den vergangenen fünf Jahren wurde hauptsächlich in die Standorte Petersbach (Elsass) und Landiras (Bordeaux) investiert, die auf dem höchsten Stand technologischer Entwicklungen arbeiten.
Pro Tag werden bis zu 2 Millionen Flaschen Wein abgefüllt. »Zur Herstellung unserer Spezialitäten und Markenprodukte werden sowohl Trauben aus unseren eigenen Domänen als auch Lesegut von unseren langjährigen Vertragspartnern verwendet«, erläutert Bimmerle.Obwohl nach wie vor an jedem Betrieb sein ganzes Unternehmer-Herzblut hängt, hat Günter Bimmerle seine Nachfolge schon längst geregelt. Bereits vor 15 Jahren sah er Sohn Tomas als gleichwertigen Partner. Die Rückzahlung, sprich Rendite, dieser Investition hat selbst die hochgesteckten Erwartungen des Firmengründers weit übertroffen. Auch Tochter Stefanie und Schwiegertochter Susanne sind fest in die Führungsstruktur der Unternehmensgruppe eingebunden.
Auch in dieser Hinsicht hat die Unternehmerpersönlichkeit also Maßarbeit geleistet. Nur so konnte er sich in den letzten Jahren mehr und mehr seinen Hobbys zuwenden. Neben der ausgeprägten Leidenschaft für die Jagd, die er auch mit seinen Reisen in die ganze Welt verbindet, hat er sich mit dem landwirtschaftlichen Gut »Domaine Königsfeld« im benachbarten Elsass einen Lebenstraum verwirklicht.
Natürlich gehören zur Kundschaft des Landwirts und Gutsherrn auch die Unternehmen der eigenen Firmengruppe. Der unermüdliche Geschäftssinn des Günter Bimmerle kommt selbstverständlich auch hier zu Vorschein: Gerade hat er eine eigens kreierte Edelbrand-Produktlinie unter dem Namen »Domaine Königsfeld« vorgestellt. Während er sich früher in seinem Anwesen im heimischen Oppenau wunderbar erholen konnte, verkürzt die mittlerweile dreijährige Enkelin Larissa die »Ruhephasen« ihres Opas deutlich. Allem Anschein nach wird dadurch die »Kondition« des ehemaligen Fußballers des SV Stadelhofen, mit dem er immer noch sehr eng verbunden ist, deutlich gestärkt.