Fitness-Test für junge Piraten
Renchener Kindergarten beteiligte sich am Förderprogramm »Komm mit in das gesunde Boot«
Der Städtische Kindergarten Renchen hat am Förderprogramm »Komm mit in das gesunde Boot« der Landesstiftung Baden-Württemberg teilgenommen. Zum Abschluss gab es am Montag ein großes Fest.
Montagnachmittag im Städtischen Kindergarten in Renchen: Im Bauzimmer wird eifrig Papier gefaltet – zu Booten und Fischen. Im Textilzimmer malen sich Mädchen und Buben lebensgroß als Piraten auf Tapetenrollen Im Malzimmer entstehen bunte Meerestiere, im Spielzimmer werden verschiedene Piratenmotive ausgemalt. Auch auf den zweiten Blick: Das ist kein normaler Kindergartentag. Zum Abschluss des Förderprogramms »Komm mit in das gesunde Boot« gibt es an diesem Nachmittag ein Fest. Eingeladen sind alle Kinder und Eltern.
In den vergangenen Monaten hatte sich der Kindergarten an dem Projekt der Landesstiftung Baden-Württemberg beteiligt. Erzieherin Julia Streif hatte dazu ein halbes Jahr lang mit 14 Kindern im Alter von vier bis sechs Jahren zweimal pro Woche geturnt. »Locker hüpfen und lustig spielen« hat sich das Bewungsmodul genannt. In dessen Mittelpunkt standen die Gesundheitspiraten und ihre Erlebnisse auf den Inseln.
»Es ist ein 20-Wochen-Bewegungsprogramm, das auf spielerische Weise die koordinativen und konditionellen Fähigkeiten der Kinder fördert«, erklärt Julia Streif, die zu Beginn und am Ende des Projektes die Mädchen und Buben gewogen, gemessen und ihre Fitness getestet hatte. Dazwischen wurden ihre Leistungen dokumentiert. »Für die Uni Karlsruhe, die die Ergebnisse auswertet«, erläutert sie.
Streifs Eindruck? »Die Kinder haben Fortschritte gemacht – sie konnten zum Beispiel mit der Zeit länger auf einem Bein stehen oder mehr Liegestützen machen«, sagt sie und fügt dann noch an: »Und ihre Teamfähigkeit wurde gesteigert.« Bei den 14 Mädchen und Buben habe man nämlich absichtlich auch solche ausgesucht, die etwas zurückhaltender waren
»Sie haben sich rasch in die Gruppe eingefügt«, so Julia Streifs Erfahrung.
Die Erzieherin und Übungsleiterin beim FSC Erlach ist auch an diesem Montagnachmittag in der Turnhalle des Kindergartens gefordert. Dort können nämlich alle 145 Kinder der Einrichtung den »Piratentest« absolvieren. Wie der aussieht? Hüpfen, weitspringen, auf einem Bein stehen, rückwärts balancieren, Rumpfbeugen.
Eine Runde drehen
Kurz vor halb vier drehen gerade Tristan (4) und Laurin (6) mit Julia Streif ihre Runde. Auch andere Kinder sind auf dem Parcours unterwegs – teilweise von ihren Eltern begleitet. Für jede erfolgreich absolvierte Übung sowie die übrigen Stationen im kreativen Bereich gibt es einen Stempel und am Ende eine Urkunde.
»Es ist uns wichtig, dass die Väter und Mütter sehen, was verlangt wird«, sagt Kindergartenleiterin Beate Kuhn-Nepita und verweist, dass den Eltern im Rahmen des Projekts bei einem Nachmittag zum Thema Bewegung auch bewusst gemacht worden war, was Kinder alles durch Bewegung, Spiel und Sport lernen.
Und deshalb soll das Bewegungsprogramm der Landesstiftung mit dem Ende des Projekts auch nicht wieder aus dem Kindergartenalltag verschwinden. »Wir werden es gezielt integrieren«, so Kuhn-Nepita. Dazu geenutzt wird weiterhin auch das Material, das die Landesstiftung dem Kindergarten für das Projekt überlassen hat – etwa Therabänder, mit Hilfe derer die Muskulatur der Kinder im Gummiland gehen.