Ein wahres Wechselbad der Gefühle
»Vhs-Stat(t)theater« bringt den »Wolf und die sieben Geißlein« humorvoll inszeniert auf die Bühne
Im gut besuchten »Vhs-Stat(t)theater« feierte das Märchenspiel vom »Wolf und den sieben Geißlein« Premiere Das humorvoll inszenierte Wechselbad der Gefühle zwischen Lachen, Bangen und Erlösung gelang dank einer großartigen Ensembleleistung,
Regisseur Martin Weber rückte das (Märchen-) Buch in das Zentrum des Bühnenbilds. Erzählerin Nadja Lederer klettert als Erste aus dem Folianten. Sie klagte, dass es im Buch ziemlich dunkel sei, und freute sich, endlich wieder unter Kindern zu sein. Früher habe man das Märchenbuch fast täglich aufgeklappt und spannenden Geschichten von einsamen Prinzessinnen, mutigen Drachentötern und bösen Zauberern zugehört.
Gelungene Einführung
Mit ihrer gelungenen Einführung verstand es Lederer, die Kinder in den Bann zu ziehen, um schließlich den Originaltext des Märchens auf einen Platz abseits der Bühne vor jeder Szene ausdrucksstark vorzulesen. Mit dieser Methode wurde erreicht, dass auch die jüngsten Zuschauer den Gang der Handlung frei von allen schlimmen Befürchtungen verfolgen konnten. Lederer fragte die Kleinen sogar, ob das Auffressen der Geißlein tatsächlich gezeigt werden soll.
Das Stück beginnt mit einer doppeldeutigen, nicht bei Grimm enthaltenen Szene. Angelika Börsig-Bold, die Mutter der Geißlein, spricht mit Hubertus, ihrem kürzlich verstorbenen Mann. Mit ihm hätten die Geißlein im Sommer noch fröhlich auf der Wiese und im Haus gespielt. Jetzt zeige sich die Zukunft ungewiss. Die Erwachsenen dachten mit und wussten, dass der Monolog den drohenden Abriss des »Stat(t)-theaters« beschreibt. Von da an folgt die Handlung der tradierten Textvorlage. Die unterschiedlichen, zum Schmunzeln und Lachen anregenden Charaktere der Geißlein wurden von der Regie bravourös herausgearbeitet.
Viktoria Sutterer spielt die Hyperaktive, Jael Steinbach den schläfrigen Träumer, Elke Stamm eine plappernde Quasselstrippe, Maria Maurath weiß und kann scheinbar alles, doch niemand fragt die Egozentrikerin um Rat, Catharina Huber liebt das Geld, während Sarah Eppler für »junge, schnittige Ziegenböcke« schwärmt. Allein die zwölfjährige Anna Gutmann darf eine unschuldige Frohnatur geben, die für die Vorstellung ihrer vorbildlichen Lebenseinstellung sogar einen Sonderapplaus erhielt.
Vergnügt und erleichtert
Jedes Geißlein konnte begeistern, weil die Darsteller mit Haut und Haar in ihre Rolle schlüpften. Petra Hoppe spielte den Wolf und verstand es wunderbar, die von ihren Fress-Attacken ausgelöste Angst durch die direkte Ansprache des Publikums in engen Grenzen zu halten und humorvoll aufzulösen. Als Angelika Börsig-Bold am Ende ihre Geißlein wieder wohlbehalten zusammen hatte und das goldene Märchenbuch zugeklappt wurde, klatschten alle vergnügt und erleichtert.
Die nächsten Vorstellungen im »Vhs-Stat(t)theater« finden am 4., 5., 11., 12., 18. und 19. Dezember, jeweils ab 15 Uhr, statt. Kartenreservierung bei Hut-Sutterer: •
0 78 41/41 41.
Zum Schmunzeln und Lachen regten die Charaktere des Märchenklassikers die Besucher an.
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