Die Haushalte werden befragt
Mit der Volkszählung 2011 steht der Erhebungsstelle der Ortenau eine große Aufgabe ins Haus
Um die aktuellen Einwohnerzahlen sowie die Wohn-und Lebenssituation der Bürger auf den neuesten Stand bringen, wird ab Mai eine bundesweite Volkszählung stattfinden. Dieser Zensus 2011 wird auch im Raum Achern jede Menge Arbeit und Papierberge mit sich bringen.
Jeder Geschäftsführer in Achern und überall muss irgendwann einmal eine Inventur machen, um richtig voraus planen zu können Das Bild der Inventur ist es auch, das die Leiterin der Erhebungsstelle der Ortenau, Tanja Serr, verwendet, um zu veranschaulichen, was ab Mai 2011 mit den Informationen über alle Einwohner in der Region und derer im ganzen Land stattfinden wird.
In erster Linie soll die Volkszählung die genaue Erfassung der Einwohnerzahl Deutschlands zum Ziel haben. Denn von dieser Zahl hängen vor allem national gesehen viele wichtige Entscheidungen ab, wie der Länderfinanzausgleich, die Einteilung der Bundeswahlkreise, die Stimmverteilung der Bundesländer im Bundesrat, die Sitze Deutschlands im Europaparlament oder die Berechnung des Bruttoinlandsproduktes, erklärt die Homepage der Erhebungsstelle der Ortenau.
Des weiteren geht es darum, einen Eindruck der Wohn-und Lebenswelt der Bürger und Bürgerinnen Deutschlands zu bekommen. Diese Analyse dient vor allem der infrastrukturellen Planung, wie beispielsweise regionalen Fragen, ob gerade eher der Kindergarten St. Nikolaus mehr Plätze oder eher die Grund-und Hauptschule Achern mehr Lehrer benötigt.
▸ Wer wird befragt? Der größte Teil der Daten wird aus Registern verschiedener Verwaltungen entnommen. Aber nicht alle notwendigen Informationen lassen sich so gewinnen. Parallel hierzu läuft eine Reihe von Gebäude-und Wohnungszählungen, Haushaltsbefragungen und Stichprobenerhebungen. Im Rahmen der Gebäude- und Wohnungszählungen werden alle Hauseigentümer und Hauseigentümerinnen per Brief befragt. Die verbleibenden Personen, die interviewt werden sollen, werden durch ein mathematisch- statistisches Zufallsverfahren ausgewählt. Bei letzterer Befragung wurden deutschlandweit rund zehn Prozent befragt, das wären zirka 2500 Einwohner in Achern. Die Stadtverwaltung geht indes davon aus, dass rund ein Drittel der Bevölkerung befragt wird.
▸ Wie funktioniert der Zensus? »Jede Gemeinde hat die Aufgabe, die Volkszählung zu unterstützen. Sie schlägt Interviewer vor, welche die stichprobenartigen Befragungen übernehmen. Interviewer sollen zuverlässige, vertrauensvolle Personen sein, die ihre Aufgabe erledigen, ohne Informationen eigennützig weiter zu geben,« erklärt Tanja Serr.
▸ Die Interviews: »Die Interviewer schicken den zufällig ausgewählten Bürgern einen Terminvorschlag zu, auf den sie auf verschiedene Art reagieren können,« fährt sie fort. »Man kann den Termin so annehmen, oder ihn bei Verhinderung unter der angegeben Telefonnummer verschieben. Man kann den Fragebogen aber auch postalisch ausfüllen und selbst zurück zur Erhebungsstelle der Ortenau senden beziehungsweise ihn ein.
▸ Die Auswertung: In der Erhebungsstelle werden die ausgefüllten Bögen aller Gemeinden und Städte ausgewertet. »Private Daten werden umgewandelt in einen anonymisierten Datensatz auf einem maschinellen Datenträger. Persönliche Angaben verlassen die abgeschotteten Bereiche der Erhebungsstellen aus Datenschutzgründen selbstverständlich nicht,« versichert Tanja Serr.
▸ Datenschutz: »Das Statistikgeheimnis und der Datenschutz werden strikt eingehalten. Dazu gehört auch das Verbot, Angaben aus den Erhebungen in die Verwaltung zurück fließen zu lassen, das sogenannte Rückspielverbot,« informiert Tanja Serr zum Schluss.
▸ Gesetzliche Regelung: Gesetzlich sieht die Lage folgendermaßen aus: Am 24. April 2009 hat der deutsche Bundestag und am 15. Mai 2009 der Bundesrat dem Zensusgesetz zugestimmt. Dieses gibt vor, welche Merkmale erhoben werden müssen, und wie die Auskunftspflicht geregelt ist. Folglich kann das Recht auf informationelle Selbstbestimmung dann eingeschränkt werden, wenn ein überwiegendes allgemeines Interesse vorliegt, in diesem Fall die Aktualisierung vieler Daten in Deutschland, um zukünftiges Planen möglich zu machen.
▸ Zwangsgelder: Es ist nicht empfehlenswert, dem Interviewer vor der eigenen Haus die Tür vor der Nase zuzuschlagen, »denn in Einzelfällen können bei Informationsverweigerung sogar Zwangsgelder verhängt werden. Aber daran wollen wir vorerst einmal nicht denken, sondern auf das Vertrauen der Ortenauer Bürger hoffen,« merkt Tanja Serr an.
STICHWORT I
Zensus 2011
Die Stadt Achern und die umliegenden Gemeinden werden von der Erhebungsstelle der Ortenau in Offenburg registriert. Dies geht auf einen Beschluss zurück, der besagt, dass nur Städte mit über 30 000 Einwohnern die Datenermittlung selbst übernehmen müssen.
Weitere Informationen finden sich auf der offiziellen Internetseite des Zensus unter:
www.zensus2011.de
STICHWORT II
Interviewer gesucht
Zum Stichtag 9. Mai 2011 wird in Deutschland ein Zensus, eine Volks-, Gebäude- und Wohnungszählung stattfinden. Eigentümer von Gebäuden und Wohnungen erhalten per Post einen Befragungsbogen zugeschickt. Die Haushaltebefragung wird von den örtlichen Erhebungsstellen durchgeführt, teilt die Stadtverwaltung mit.
Für das gesamte Stadtgebiet Achern werden zuverlässige Interviewerinnen und Interviewer gesucht. Die Befragungen finden hauptsächlich zwischen Anfang Mai und Ende Juli statt. Die Organisation »Zensus 2011« erfolgt für Achern über den Bürgerservice.
Bei Interesse kann man sich bis zum 14. Januar unter •
0 78 41 / 642-12 31 oder per E-Mail unter buergerservice@achern.de . melden. Eine entsprechende Schulung der Interviewerinnen und Interviewer ist in Achern vorgesehen. Die Aufwandsentschädigung ist ganz oder zumindest teilweise steuerfrei.
Ab Mai werden Interviewer auch in Achern Bewohnerinnen und Bewohner aufsuchen, um sie zum Zensus 2011 zu befragen.
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