»Diakon hat Platz zwischen Menschen«

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Ottmar Spinner stellt sozial-caritatives Projekt vor.

 

Sie wohnen in den Heimen der Lebenshilfe, einzelne in ihren Familien oder alleine, manche in betreuten Wohnungen; für die Oberkircher sind ihre Mitbürger mit Behinderung durch die Begegnungen im Alltag vertraut Auf Einladung der Arbeitsgruppe »Diakonal« trafen sie sich nun zur gemeinsamen Adventsfeier im Gemeindehaus St. Michael. Mit den Organisatoren gestalteten die Gäste einen Adventskranz mit vier Metern Durchmesser. Die ARZ sprach mit dem Initiator, dem Oberkircher Diakon Ottmar Spinner:
Was bedeutet »Arbeitsgruppe Diakonal«?
Ottmar Spinner: Schon während meiner Vorbereitungszeit zum Diakon wählte ich das Arbeitsfeld »Vernetzung der caritativen Einrichtungen der Gemeinde«. Mit acht Frauen und Männern, die dieses Ziel auch verfolgten, gründete ich vor sechs Jahren diese Gruppe.
Und was tut die praktisch?
Spinner: Wir haben uns nach anfänglich organisatorischen Diensten im sozial-caritativen Bereich in Oberkirch auf zwei Gruppen konzentriert: Das sind Menschen, die in Einrichtungen der Lebenshilfe arbeiten und leben und die Frauen und Männer, die in Haus Grünberg, einer Einrichtung von Alitera wohnen.
Aber die werden doch professionell betreut.
Spinner: Es geht uns nicht um Betreuung, sondern um die Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen und religiösen Leben. Deshalb gehen wir vor Ort, und laden die Menschen zu uns ein.
Haben Sie als Diakon da eine besondere Aufgabe?
Spinner: Der Diakon hat seinen Platz zwischen den Menschen. Für mich sind soziales Engagement und Gottesdienst zwei Seiten der gleichen Münze.
In Oberkirch sind Sie der Grundschulrektor

Wie harmoniert dieser Beruf mit dem Ehrenamt des Diakons?
Spinner: Ich erlebe ständig, dass sich beide Aufgaben ergänzen. Allerdings gehören für mich Rollenklarheit und eine an der jeweiligen Belastung orientierte Zeitplanung dazu.
Gibt es problematische Überschneidungen?
Spinner: Überschneidungen ja, aber die fordern eher meine Glaubwürdigkeit heraus. So setzten Eltern in einem Entscheidungsgespräch in der Schule Worte meiner letzten Predigt in der Kirche als Argument für ihren Standpunkt ein. Das war eine Überschneidung meiner beiden Rollen, die Reden und Handeln auf Stimmigkeit prüfte.
Wagen Sie einen Rat, wie sich Kirche entwickeln sollte, um einladend zu sein?
Spinner: Kurz vor Weihnachten möchte ich das so formulieren: »Mach’s wie Jesus, werde Mensch.« Er hat uns gezeigt, die Verbundenheit mit Gott im Gebet und die Zuwendung zum Menschen gehören zusammen. Beides mit Freude tun, wirkt ansteckend und einladend. Frère Roger, der Gründer von Taizé, und Mutter Teresa haben das vorgelebt.

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Veröffentlicht in Oberkirch

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