Das Renchtal im weltweiten Netz
Die Gemeinden Oberkirch, Lautenbach, Bad Peterstal-Griesbach und Oppenau im virtuellen Vergleich
Nur ein paar Klicks sind die ersten Eindrücke vom künftigen Aufenthaltsort im Renchtal entfernt. Das Medium Internet macht`s möglich. Die ARZ schaute nach, worauf der virtuelle Gast stößt, wenn er Auskunft über die Gemeinden sucht.
Immer am Puls der Zeit, aktuell und kompetent. Im Internet präsentieren sich die Gemeinden in erster Linie von ihrer Schokoladenseite. Potenzielle Investoren und Touristen sollen damit angezogen und die Bürger mit Informationen versorgt werden
Oberkirch, des Renchtals Große Kreisstadt im Ortenaukreis ist sich seiner Rolle als wirtschaftliches Zugpferd für das Renchtal zwar bewusst und spielt gekonnt auf der Klaviatur von Wein, Genuss und Natur. Seit neuestem stehen diese Informationen auch den ausländischen virtuellen Gästen in Englisch, Französisch und Niederländisch zur Verfügung. Die Barriere für blinde Besucher überwindet die besondere Option des »Readspeakers«. Bei dieser Möglichkeit wird dem Internetnutzer der Text vorgelesen. Mit Fotoalbum, Panoramaansichten und einer Webcam mit ständiger Aussicht auf Oberkirch, gibt es indes auch für das Auge das volle Programm. Und wer dem auf den Fotos zu sehenden Sonnenschein über Oberkirch keinen Glauben schenken mag, der wird unter der Rubrik »Kultur« auf die Home-page von www.wetteronline.de verlinkt.
Lautenbach: Mit Berichten über den Chorgesang und weiteren Beiträgen über das Gemeindeleben auf der Startseite, versucht sich Lautenbach im Internet zu vermarkten. Über die eigentliche Seite ist ein wechselndes Bildmotiv gebastelt. Beim darauf Klicken öffnet sich eine Erklärung zur Wallfahrtskirche, Kultur und Brauchtum im Renchtal.
Wofür am Seitenende eine allgemeine Google-Suchleiste angebracht ist, erschließt sich dem Besucher allerdings nicht
Im »Veranstaltungskasten« werden die aktuellen Veranstaltungen aufgelistet, allerdings nur mit mäßigen weiterführenden Informationen zu den Veranstaltern. Die »Aktuellen Informationen« glänzen zwar mit der Bezeichnung »neu«, doch ist darauf lediglich die Suche eines neuen Chorleiters vermerkt. Leicht verwirrend mutet an, dass sich unter der Rubrik »Für unsere Bürger« lediglich eine Auflistung der Themen verbirgt, an denen die Gemeinde derzeit arbeitet. Die ausländischen Besucher, die sich im Internet einen ersten Eindruck über die Renchtalgemeinde verschaffen wollen, werden die möglichen Übersetzungen in Englisch und Französisch allerdings als großen Pluspunkt werten.
Bad Peterstal-Griesbach vermarktete sich voll und ganz als »Gesundheits- und Wanderparadies im Schwarzwald« und weiß auch um die Herkunft der potenziellen touristischen Kundschaft. In Englisch, Französisch, Niederländisch und italienisch erhält der Besucher bei Bedarf Informationen über die Attraktionen, die Geschichte und das Leben in der Renchtalgemeinde. Mit dem Online-Fragebogen zum Tourismus
angebot schießt Bad Peterstal-Griesbach nach subjektivem Empfinden aber etwas über das Ziel hinaus. Wer die Fragen wirklich gewissenhaft beantworten möchte, sollte nicht wie angekündigt »ein wenig« sondern sehr viel Zeit mitbringen. Das ständige Weiterklicken nach jeder Frage raubt dem Auskunftswilligen weitere Zeit.
Mit der Auswertung der Unsummen an Antworten muss sich die Gemeindeverwaltung allerdings nicht auseinandersetzen – das übernimmt das auf Tourismus- und Freizeitwirtschaft spezialisierte Beratungsunternehmen »IRS-Consult« in München.
Oppenau sieht die Bürger, den Tourismus und die Wirtschaft als drei Kernpunkte seines Internetauftritts. Sie werden auf der Startseite gleich in doppelter Weise angebracht, nämlich oben und am linken Rand der Homepage. Ebenso erfährt der virtuelle Besucher sofort, dass es sich bei Oppenau um einen staatlich anerkannten Luftkurort handelt. Doch das allgegenwärtige blasse Grün ruft beim Betrachter eher Assoziationen mit Wald hervor – den es bekanntermaßen in Oppenau ebenfalls reichlich gibt.
Dass man da vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht, ergibt sich bei der Farbgestaltung quasi von selbst. Auch bietet die Hompepage der Gemeinde als einzige keine Übersetzungen in Fremdsprachen an.
Über einen Link erhält der Besucher jedoch sofort auf der Startseite die Möglichkeit, mehr über Konus und die damit verbundene kostenlose Fahrt im Öffentlichen Nahverkehr mit der Gästekarte zu erfahren. Konus scheint Oppenau demnach genauso wichtig zu sein wie die Günther-Bimmerle-Halle. Denn diese rangiert auf Oppenaus Startseite direkt unter Konus.
STICHWORT
Wer den Internetauftritt gestaltet
Die Stadt Oberkirch betreibt zwar das Internetportal, für die Realisierung ist jedoch ein in Bühlerzell ansässiger Online-Dienstleister zuständig. Einen freischaffenden Gestalter hat sich Lautenbach für die Aufbereitung ihres Internetauftritts ins Boot geholt. Auch Bad Peterstal-Griesbach greift für die Programmierung und das Layout seiner Homepage auf professionelle Unterstützung zurück.
Als einzige Gemeinde im Renchtal verzichtet Oppenau auf eine bezahlte Gestaltung der Homepage. Sie wird vom Arbeitskreis Stadtmarketing Oppenau ehrenamtlich betreut.
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