Chinesische Heilkunst beim Auftakt
Gestern Nachmittag wurden die 2. Renchener Gesundheitstage im Bürgersaal des Rathauses eröffnet
Am gestrigen Sonntagnachmittag wurden die 2. Renchener Gesundheitstage durch Bürgermeister Bernd Siefermann und Werbegemeinschafts-Boss Wolfgang Bär eröffnet. Bei der Auftaktveranstaltung ging’s um »Chinesische Diagnostik und Heilkunst«.
in »volles Haus« (Bürgersaal des Rathauses) begrüßte Bürgermeister Bernd Siefermann. »Eine ganze Woche lang steht die Grimmelshausenstadt ganz im Zeichen der Gesundheit«, freute sich das Stadtoberhaupt Deutlich machte er auch, dass die Gesundheit eines der höchsten Güter sei, das wir durch unser individuelles Verhalten fördern, aber auch schädigen können. Jedes Fehlverhalten und jede Beeinflussung könne zu Beschwerden oder auch Krankheiten führen – falsche und ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Stress, Umwelteinflüsse, das Umfeld am Arbeitsplatz und zu Hause.
Ziel der Gesundheitstage sei es, so Siefermann, solche Aspekte zu beleuchten und Anregungen und Hilfestellungen dafür zu geben, wie man die Voraussetzungen dafür schaffen kann, bis ins hohe Alter fit und gesund zu bleiben.
Mit einigen Zahlen verdeutlichte der Bürgermeister die Bedeutung von Informationen über die Gesundheit: 80 Prozent aller Menschen leiden mindestens einmal im Leben an Rückenproblemen, davon sind aber nur 15 Prozent organisch bedingt. Rund fünf Millionen Menschen leiden allein in Deutschland an Diabetes, die Dunkelziffer wird doppelt so hoch geschätzt. Bei den Männern sind 66, bei den Frauen 52 Prozent übergewichtig, jedes dritte Kind habe Gewichtsprobleme. Vor diesem Hintergrund würden die 2. Renchener Gesundheitstage ein ganzheitliches Konzept zur Förderung einer gesunden Lebensweise bieten. Die Geschäfte der Werbegemeinschaft greifen einige Themen auf, der FSC Erlach stellt praktische Aktivitäten in den Mittelpunkt, und ergänzend gebe es eine ganze Reihe informativer Referate im Bürgersaal
Bernd Siefermann schloss mit Worten des Dankes an alle, die dazu beigetragen haben, diese Gesundheitstage zu initiieren, vorzubereiten und durchzuführen. Werbegemeinschafts-Vorsitzender Wolfgang Bär erinnerte an den gelungenen Auftakt im vergangenen Jahr, der die Initiatoren veranlasste, diese 2. Gesundheitstage zu organisieren. Bär wörtlich: »In jungen Jahren laufen wir mit unserer Gesundheit dem Geld hinterher, später dann mit Geld der Gesundheit«.
Chinesische Heilkunst
»Chinesische Diagnostik und Heilkunst« hieß dann das Thema der Auftaktveranstaltung. Referent war Jörg Günther, der in der Grimmelshausenstadt ein Therapiezentrum betreibt. Günther (37) ist anerkannter Masseur, medizinischer Bademeister und Heilpraktiker. 1998 gründete er das Therapiezentrum Renchen, dem er 2003 in Oberkirch eine Praxis für chinesische Heilkunst hinzufügte. Die traditionelle Chinesische Medizin hat es Jörg Günther besonders angetan. Hier hat er eine zusätzliche Ausbildung samt einem dreiwöchigen Praktikum an der Universitätsklinik für Akupunktur in Peking absolviert.
»Die Denkweise der chinesischen Medizin ist im heutigen Krankheitswesen in Deutschland nicht mehr wegzudenken. Sie findet auch in der Schulmedizin immer mehr Anklang«, sagte Günther. Wichtigstes Ziel sei es, Körper und Seele in harmonischen Einklang zu bringen. Es gelte, die alten Verhaftungen des Menschen zu lösen und den Weg für Wünsche und Ziele zu öffnen. Einen breiten Raum nahm die Schilderung der fünf Wandlungsphasen ein, für die die Stichworte Wasser, Holz, Feuer, Erde und Metall stehen. Sie sind bestimmten Organen zugeordnet. Oft sei die Energie oder der Blutfluss gestaut. Diese müsse man wieder aktivieren, so Günther.
401 Akupunkturpunkte
Eine wichtige Rolle spiele die Akupunktur, verstünden doch die Chinesen die menschliche Haut als Oberfläche, unter der ein Netz von Energiebahnen verlaufe. Sei der Energiefluss gestört, komme es zu Funktionssstörungen der Organsysteme und möglicherweise zu Krankheiten. Mit Hilfe von 401 Akupunkturpunkten, die auf den 14 Meridianen liegen, könne der Akupunkteur mit seinen Nadeln das energetische Missverhältnis beeinflussen und korrigieren.