Bekenntnis mit Bedingungen

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Die Stadt Oberkirch will am Weihnachtsmarkt festhalten, aber das Defizit möglichst verringern

Der Oberkircher Weihnachtsmarkt rund um die Kirche wird trotz steigender Ausgaben auch in diesem Jahr stattfinden. Das Bekenntnis zur Traditionsveranstaltung ist aber an Bedingungen geknüpft.

 

http://www.baden-online.de/news/images/news_lokales/artikel_arz/20651_1.jpgAm Ende der gut halbstündigen Diskussion stand eine einstimmige Entscheidung und damit ein klares Votum pro Weihnachtsmarkt, dennoch machten es sich die Mitglieder des Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschusses der Stadt Oberkirch am Montagabend nicht leicht: Die dreitägige Veranstaltung auf dem Kirchplatz kostet von Jahr zu Jahr mehr Geld, Einsparungen sind angesichts der bestehenden Fixkosten kaum möglich. Das Defizit betrug zuletzt 6300 Euro. Und dazukommen noch Bauhofleistungen von rund 8500 Euro. Nachdem die Werbegemeinschaft bereits 2009 nicht mehr als Veranstalter zur Verfügung stand, sprang die Stadt ein und übernahm die Gesamtkosten der Imageveranstaltung (wir berichteten).
Bettina Käppeler (SPD) erinnerte in der Debatte dennoch daran, dass der Rat damals das Weihnachtsmarktdefizit auf 5000 Euro gedeckelt hatte. »Wir müssen darauf achten, dass die Kosten nicht weiter steigen, sonst laufen sie aus dem Ruder und wir werden uns irgendwann fragen, ob uns der Weihnachtsmarkt 10 000 Euro wert ist.« Hauptamtsleiter Hermann Brüstle und Citymanagerin Iris Sehlinger hatten zuvor die Situation erläutert, die Kosten des Marktes aufgelistet und deutlich gemacht: »Es gibt kaum Spielraum, um Kosten einzusparen.« Überwiegend handle es sich um Handwerksleistungen im Bereich Strom, Beleuchtung und Aufbau. »Einsparungen gehen nur zu Lasten von Leistungen«, sagte Sehlinger: »Dann müssen wir eben auf die Krippe oder die Musik verzichten.« Doch gerade die schöne Atmosphäre und das nette Bühnenprogramm, meint die Citymanagerin komme bei den Besuchern an und werde immer wieder gelobt.
Das würdigte auch Mirco Slager (CDU): »Der Markt hat Flair. Daran haben wir jahrelang gearbeitet

So wie er ist, ist er in Ordnung.« Die Kostenseite sei abgeklopft, »billiger wird es nicht mehr«. Deshalb müsse auch nicht jedes Jahr über den Fortbestand des Marktes beraten werden. Joachim Haas (FWV) setzte sich dafür ein, den neugegründeten Stadtmarketingverein Oberkirch mit ins Boot zu holen und an den Kosten zu beteiligen, damit die Veranstaltung für die Stadt nicht zum »Fass ohne Boden« werde. Hermann Brüstle kündigte für 2011 Gespräche an, um das Defizit im Rahmen zu halten, und fand dafür die Zustimmung des Ausschusses: »Wir werden versuchen, mit dem neuen Verein eine neue Lösung zu finden.«

STICHWORT
Standgebühren
Die Standgebühren auf dem Oberkircher Weihnachtsmarkt hat die Stadt in vier unterschiedliche Kategorien unterteilt. Der Preis gilt für die komplette Dauer des Weihnachtsmarktes von drei Tagen:
Anbieter von Handarbeiten in einem von der Stadt gestellten Holzhäuschen: 125 Euro.
Anbieter von Handarbeiten und zusätzlich Glühweinverkauf in einem der Holzhäuschen: 175 Euro,
Reine Verkostungsstände: 200 Euro
Einfache Marktstände: 60 Euro.

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Darauf müssen die Oberkircher auch künftig nicht verzichten: Zwar kostet der Weihnachtsmarkt die Stadt immer mehr Geld, dennoch soll an der dreitägigen Veranstaltung festgehalten werden.

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