Beichtvater für schlechte Noten

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Nikolaus und Knecht Ruprecht nehmen sich besonders für die Kinder Zeit auf dem Weihnachtsmarkt

Eine ganz besondere Überraschung wartete am Samstag auf die Kinder beim Acherner Weihnachtsmarkt: Nikolaus und Knecht Ruprecht schauten vorbei.

 

»Lieber Nikolaus, in diesem Jahr war ich nicht besonders brav, und ich bekam auch eine Fünf in Deutsch.« Ehrlich und etwas enttäuscht klang die Antwort eines Jungen, als ihm der Acherner Nikolaus (Björn Siller) die klassische Frage stellte, ob er den auch brav gewesen sein.
Die Fünf in Deutsch saß Nikolaus stutzte etwas über die Offenheit des Jungen und ermunterte ihn: »Sei fleißig, und nächstes Jahr sagst du mir, dass du eine Vier bekommen hast!« Der Klaps auf die Schulter und das süße Geschenk von Knecht Ruprecht (Jannik Trescher) bescherten dem Nikolaus ein Lächeln des Jungen, der sich wie so viele andere Kinder auch auf das Treffen mit Nikolaus gefreut hatte.
Offensichtlich lag den Kindern und den Eltern das Thema Schule besonders auf den Herzen. »Sport ist mein Lieblingsfach«, meinte ein Mädchen. »Und wie ist es mit Mathe«, wollte der Nikolaus wissen. »Die nächste Frage, bitte!«, lautete die Antwort der Mutter, während die kleine Tochter wie ein Weihnachtsstern strahlte.
Mit der Pferdekutsche von Wendelin Sucher fuhren Nikolaus und Knecht Ruprecht durch die Stadt und zum Weihnachtsmarkt, um im Auftrag von »Achern aktiv« (Organisation Monika Ross) an den echten Bischof Nikolaus zu erinnern. Der lebte im vierten Jahrhundert in Myra (heute Türkei) und wurde schon zu Lebzeiten von den Menschen aufgrund seiner Güte und Menschlichkeit sehr geachtet.

 

Student im roten Mantel
Den Acherner Nikolaus verkörperte der ehemalige Schüler des Seminars Sankt Pirmin Sasbach und jetzige Theologiestudent Björn Siller, der sich mit der Geschichte des Heiligen und seiner Bedeutung für Jung und Alt bestens auskennt, schnell mit den Kindern ins Gespräch kam und ein altes Brauchtum lebendig hielt. Denn »Achern aktiv« ist es ein Anliegen, nicht den Weihnachtsmann, sondern den Nikolaus als Bischof auftreten zu lassen. Dies in Erinnerung an den Nikolaus von Myra, der sehr sozial war, sein Vermögen mit den Armen teilte und Menschen in Not beistand.
Nikolaus ist Schutzpatron von Achern, denn bereits in alter Zeit erbauten die Bürger ihm zu Ehren eine Kapelle.
»Bischof Nikolaus nahm sich viel Zeit für die Kinder, denn die Kinder waren ihm sehr wichtig«. Der Acherner Nikolaus erinnerte auf dem Weihnachtsmarkt an wichtige Wesenszüge der christlichen Persönlichkeit, die die gelebte Nächstenliebe verkörperte und Schutzpatron der Kinder und Schüler ist. »Die Kinder sollten eine schöne Kindheit und viel Zeit haben, um Kind zu sein, zu spielen und die Welt zu erkunden«.
Den Erwachsenen wünschte er, dass sie sich Zeit nehmen für sich selbst und für andere und dafür, die wahren Dinge des Lebens zu erkennen. Hierbei verwies Björn Siller darauf, dass sich im Sinne von Nikolaus viele Menschen in Achern Zeit nehmen, um ehrenamtlich für andere da zu sein. Diese »verschenkte Zeit« sei ein Zeugnis von Menschlichkeit und Nächstenliebe, wie dies vor über 1600 Jahren Bischof Nikolaus tat.
»Nehmt euch Zeit für euer Leben! Gebt nicht alle Zeit hin für den schönen Schein!« Der lange weiße Bart des Nikolaus soll die Weisheit und Würde des Alters verdeutlichen, so Björn Siller. Deshalb dürfe man die älteren Menschen nicht vergessen, denn nach Jahren der Arbeit müssen sie darauf vertrauen können, dass Jüngere ihnen zur Seite stehen. Bischof Nikolaus habe sich auch viel Zeit für seinen Glauben genommen, aus dem er Kraft und Freude schöpfte, um andere zu trösten und ihnen in vielfältigen Nöten zu helfen. »Nehmen Sie sich Zeit und verschenken Sie Zeit an andere Menschen, aber vergeuden Sie nicht Zeit für Nichtiges!«
Helfen ist immer aktuell
In diesem Sinne wünschte Nikolaus eine besinnliche Adventszeit. Weil die Botschaft vom Helfen und Teilen immer noch aktuell ist und alle daran erinnert werden sollten, verschenkte »Achern aktiv« Dambedei an die Kinder.

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Das Thema Schule lag den Kindern besonders auf der Seele, wenn sie dem Nikolaus, verkörpert durch Björn Siller, ihr Herz ausschütteten. Für jedes von ihnen hatte der heilige Mann ein offenes Ohr.

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Veröffentlicht in Achern

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