Aus fürsorglicher Gesinnung heraus

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Vor 90 Jahren wurde die Vereinigung der Altsasbacher gegründet / Inzwischen über 6100 Mitglieder / Den Lendergeist geprägt

Bereits 90 Jahre gibt es sie inzwischen, die Vereinigung der Altsasbacher. Der kommende Altsasbachertag steht natürlich im Zeichen des Jubiläums.

 

http://www.baden-online.de/news/images/news_lokales/artikel_arz/20735_1.jpgDass der »Lendergeist« lebt und in der Schulgemeinde der Heimschule Lender vielfältig zu spüren ist, gehört mit zu den großen Verdiensten der Vereinigung der Altsasbacher mit ihren aktuell 6105 Mitgliedern Vor 90 Jahren wurde der »Verein der Altsasbacher Schüler« aus der Taufe gehoben und es war das erklärte Ziel der Gründerväter, den »edlen Gedanken« des Schulgründers Franz Xaver Lender lebendig zu halten und die Verbindung zwischen Alt- und Jungsasbachern zu pflegen.
Schulleben mitgestalten
Den »Lenderbuben« war und ist es bis heute ein Anliegen, das Schulleben inhaltlich, personell und finanziell im Sinne Lenders mitzugestalten. So wurden allein zwischen 2007 und 2010 rund 300 000 Euro aus der Altsasbacherstiftung in die Schule investiert, um Projekte zu fördern, Aktivitäten zu initiieren und Anschaffungen vorzunehmen. Förderung der internationalen Aktivitäten, Lender-TV, Auf- und Ausbau einer Musikakademie, Einrichtung eines Fitnessraums, Kauf eines Kleinbusses, multimedialer Unterricht, digitales Schwarzes Brett sind einige der Maßnahmen, die die Altsasbacher realisierten.
Als am 29. September 1920 der Verein gegründet wurde, war es das primäre Ziel der Ehemaligen, die Idee »des unvergesslichen Stifters der Lehranstalt verwirklichen zu helfen, auch weniger Bemittelten den Weg zu höheren Berufen zu ermöglichen«. Die Gründungsväter legten fest, dass ihre Mitgliederbeiträge neben einer »Stipendiumstiftung« für »tüchtige und begabte Schüler« besonders den Internatsschülern zufließen sollen, die ihre »Pensionsbeiträge« sowie das nötige »Schulgeld« nicht ganz aufbringen können

Die Vereinsgründung wurde vor allem von den Eltern »mit viel Sympathie« aufgenommen, die um den Verbleib ihres Sohnes an der »Lenderschen Lehranstalt« gesichert wussten. In schwieriger Zeit und aus christlicher Mitsorge haben ehemalige Schüler und im Beruf stehende Männer ihre Verantwortung erkannt und einen Verein gegründet, der heute in der Schullandschaft weithin einmalig ist.
Satzung genehmigt
Nachdem am 29. September 1920 das »Freundschaftsband der Altsasbacher Schüler von neuem geknüpft wurde«, konnte die Satzung genehmigt und drei in Sasbach wohnende ehemalige Lenderschüler in den Vorstand gewählt werden. Es waren dies Pfarrer Sester als Vorsitzender, Lehrer Kühner als Schriftführer und Kaufmann Zink als Kassier. Aus der »fürsorglichen Gesinnung für Jungsasbach« heraus wurden alle Ehemaligen aufgerufen, dem Verein beizutreten und den guten Zweck durch Zahlung eines jährlichen Vereinsbeitrages zu bekunden. Festgelegt wurde auch, jährlich einen Altsasbachertag abzuhalten und die Schulschrift »Der Sasbacher« herauszugeben. Die erste Ausgabe erschien 1926 als Mitteilungsorgan des Vereins. Heute ist »Der Sasbacher« ein jährlich erscheinendes Jahrbuch, in dem Jung- und Altsasbacher über das vielfältige Leben in der Schulgemeinde informiert werden.
Bereits in den Gründertagen wurde darüber nachgedacht, die Beiträge auch für die »Beschaffung der Baumittel« für den Erweiterungsbau der Lender zu verwenden und besonders die »kapitalkräftigen« Mitglieder zu motivieren. Denn die Altsasbacher wollten auch durch finanzielle Leistungen ihr Interesse an der Schule lebendig erhalten, »an der sie mit großer Liebe hingen«. Seither hat die Vereinigung nicht nur viele Schüler und Schulprojekte unterstützt, sondern auch viel Geld in Gebäude und Ausstattung investiert.
Seit 2009 ist Bürgermeister Bernd Siefermann, Vorsitzender, vor ihm hatten der ehemalige Präsident des Europäischen Rechnungshofes Bernhard Friedmann, Pfarrer Karl Häring, Franz Effinger, Pfarrer Augustin Oser, Pfarrer Anton Himmelsbach und Pfarrer Franz Xaver Sester dieses Amt inne.
Wie eng die Verbindung der Altsasbacher zu ihrer Lender ist, zeigt die Tatsache, dass in den vergangenen Jahren nahezu alle Abiturienten dem Verein beitraten. Am 17. Oktober 1998 wurden die Statuten geändert und die Vereinigung um einen Förderverein erweitert. Seither kann »jede natürliche oder juristische Person« Mitglied werden, vor allem auch die Eltern der Schüler aus dem Gymnasium, dem Wirtschaftsgymnasium und dem Kolleg »Sankt Pirmin«.

STICHWORT
Altsasbachertag
Einen besonderen Schultag erwartet die Lenderschüler am Samstag, 16. Oktober, wenn der Altsasbachertag stattfindet und ehemalige Schüler über ihre Studien- und Berufserfahrungen berichten. Über 60 Referenten haben sich bei der Vereinigung der Altsasbacher angesagt, um den Jungsasbachern aus der Jahrgangsstufe 1 und 2 bei einer Studienmesse Hilfen für ihre Berufs- und Studienwahl zu geben.
Der Altsasbachertag beginnt um 7.45 Uhr mit einem Gedenkgottesdienst in der Heimkirche. Um 15.30 Uhr steht der Gang mit dem Schulleiter über das Schulgelände auf dem Programm und um 16.30 Uhr findet eine Vernissage mit Arbeiten von Heinz Schultz-­Koernig in der Schulgalerie im Verwaltungsgebäude statt. Der Festakt beginnt um 18 Uhr in der Aula. Im Mittelpunkt stehen Szenen aus dem Theater-Projekt »Peter Pan – Der Traum vom Fliegen« unter der Regie von Malte Bartz, das die Altsasbacher finanziell förderten. Der erste Tag klingt mit einem gemütlichen Beisammensein der Jubiläumsjahrgänge aus.
Ein Festgottesdienst eröffnet um 9.30 Uhr den zweiten Altsasbachertag, die Predigt hält Pfarrer Roland Merz aus Ettlingen, anschließend ist Fototermin für die Jubiläumsjahrgänge sowie die Überreichung der Jubiläumszeugnisse »Abiturium adamanteum und aureum« an die Abiturienten des Jahrgangs 1950 und 1960 statt. Zudem ist das Lendermuseum geöffnet.

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Der »Lendergeist« lebt in der Vereinigung der Altsasbacher und der über 6100 Mitglieder. Unser Foto zeigt den ehemaligen Internatsbereich.

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Veröffentlicht in Sasbach

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