Auch in Renchen: FDP wächst deutlich
Erhebliche Verluste für die Christdemokraten in allen Stimmbezirken / Grüne bleiben bei 8,6 Prozent
Eine deutlich schwächere Wahlbeteiligung als 2002, erhebliche Verluste für die Christdemokraten, aber auch weniger Stimmen für die SPD und eine deutliche Zunahme an FDP-Wählern – so sieht die erste Analyse der Bundestagswahl in der Grimmelshausenstadt aus. Renchen liegt damit im Bundestrend.
Rund sechs Prozent Stimmenverluste musste die CDU gestern Abend nach der Schließung der Renchener Wahllokale beklagen. Mit 44,6 Prozent konnten die Christdemokraten vor drei Jahren noch ein respektables Ergebnis vorweisen. Gestern waren’s nur noch 38,6 Prozent In der Kernstadt betrug der Vorsprung auf die Sozialdemokraten lediglich 1,3 Prozent – 2002 waren’s noch 3,5 Prozent.
Besonders starke Verluste handelten sich die Christdemokraten im Ortsteil Erlach ein. Vor drei Jahren waren’s noch 55,2 Prozent der Stimmen, gestern notierte die Wahlleitung (Bürgermeister Bernd Siefermann und Stefan Gutenkunst) im Renchener Rathaus nur noch 46,7 Prozentpunkte – also einen Verlust von 8,5 Prozent. Auch im »Bierdorf« Ulm beklagt die CDU fast sechs Prozent weniger Stimmen als noch 2002.
Auch Wolfgang Schäuble konnte bei den Erststimmen die 50-Prozent-Hürde nicht überspringen und musste sich mit 48,2 Prozent (2002 – 51,9 Prozent) zufrieden geben. Der Unionspolitiker bleibt aber klar die Nummer 1.
Auch auf Elvira Drobinski-Weis entfielen weniger Stimmen als noch vor drei Jahren – ihr Anteil fiel von 34,1 auf 33,5 Prozent. Der Grüne Thomas Marwein (6,3 %) setzte sich gegen Sibylle Laurischk (5,4 %) knapp durch, doch konnte sich die FDP-Politikerin über einen Stimmenzuwachs um 0,3 Prozentpunkte im Vergleich zu 2002 freuen. Erstmals angetreten ist Dorothee Diehm (Linke), die in Renchen immerhin 168 Stimmen (4,4 Prozent) sammelte.
Stimmenverlust, wenn auch nur 0,8 Prozent für die SPD. Die Sozialdemokraten kamen auf 32,7 Prozent. Im Ortsteil Erlach konnten die Sozialdemokraten sogar zulegen, um 1,3 Prozent
Linke bei 4,8 Prozent
Gewinner der Wahlen in Renchen ist die FDP, während die Grünen fast das gleiche Resultat wie 2002 erreichten. Die Freien Demokraten legten in der Grimmelhausenstadt 3,8 Prozentpunkte zu und kletterten von 7,5 auf 11,3 Prozent. Vor allem in der Kernstadt (+ 4,3 %) und im Ortsteil Ulm (+ 4,1 %) ist die FDP deutlich gewachsen. Die Grünen büßten dagegen in der Kernstadt rund 0,7 Prozentpunkte ein, konnten aber in Ulm (0,8 %) und Erlach (2,4 %) zulegen. Die meisten Stimmen sammelte die »neue« Linke in der Kernstadt (5,4 %). In der Gesamtstadt wurden 4,8 Prozent notiert.