21 »erschwingliche« Bauplätze
Zehn Bewerber haben sich für das Gebiet »Obere Zöllerhöf VI« gemeldet / Soziale Vergabekriterien
Das Baugebiet »Obere Zöllerhöf VI« in Erlach brachte der Ortschaftsrat am Donnerstagabend wieder ein Stück voran. Planer Kornelius Brenner hatte zuvor die verfeinerte Planung vorgestellt.
Bereits in einer Sitzung des Gemeinderats im Dezember letzten Jahres sei die Aufstellung des Bebauungsplans »Obere Zöllerhöf VI« beschlossen worden, erinnerte Herbert König in der Sitzung des Ortschaftsrats am Donnerstag »Für die städtebauliche Entwicklung und Ordnung in der Ortschaft Erlach, insbesonder zur Deckung erforderlichen Wohnraumbedarfs, ist eine solche Überplanung dringend notwendig«, so der Ortsvorsteher.
Der Gemeinderat habe seinerzeit verdeutlicht, dass sicherzustellen sei, dass die Stadt genügend eigene Bauflächen für Einheimische zu erschwinglichen Preisen zur Vefügung stellen könne. »Diese Voraussetzungen sind dahingehend erfüllt, dass sich die überwiegenden Grundstücksflächen bereits im Eigentum der Stadt befinden bzw. entsprechende Kaufangebote zugunsten der Stadt unterzeichnet wurden«, so König, was später Thomas Krechtler von der Bauverwaltung mit »80 Prozent« präzisierte.
König verwies, dass damit auch eine nach sozialen Gesichtspunkten gesteuerte Vergabe von Bauplätzen ermöglicht werden könne. Aktuell gebe es laut König zehn Bewerber für Bauplätze.
Das von Krechtler angekündigte »deutlich verfeinerte Plankonzept«, bei dem auch die Wünsche der Eigentümer eingeflossen seien, stellte schließlich Planer Kornelius Brenner vor. Gegenüber der ursprünglichen Planung sei ein Bauplatz hinzugekommen, so dass nun 21 Parzellen zur Verfügung stehen. Zur Verkehrsberuhigung sei nun im Zentrum der Erschließungsstraße ein kleiner Platz vorgesehen, in dem im Versatz der Fußweg mündet bzw. wegführt. Die Bebauung erfolge nach den Maßstäben des Anschlussbereichs – also mit 1,5 Geschossen, einer Traufhöhe von maximal 4,50 Metern
Die Grundflächenzahl betrage 0,3, die Geschossflächenzahl 0,5.
Soziale Gesichtspunkte
Horst Öhler erkundigte sich, was »erschwingliche Preise« und »Vergabe nach sozialen Gesichtspunkten« konkret bedeute. Krechtler verwies, dass die Stadt bei den Grundstücksverkäufen keine Gewinne erzielen möchte und man vor allem junge, einheimische Familien mit Kindern und möglichst dem Arbeitsplatz vor Ort bei der Vergabe vorrangig berücksichtige. Bei der Erschließung achte man bei den Materialien und Arbeiten zwar auf eine sehr gute Qualität, man möchte die Straßen aber nicht »vergolden«. Sehr günstig fahre man in diesem Zusammenhang mit der STEG als Erschließungsträger, die aufgrund ihrer Verhandlungsbasis ganz andere Preise erzielen könne, als die Kommune selbst, so Krechtler.
»Die Familienfreundlichkeit ist unser Aushängeschild«, betonte Bürgermeister Bernd Siefermann, der in Erlach mit dem Gebiet »Obere Zöllerhöf VI« fortführen möchte, was in Ulm mit der »Braite Ost« und in Renchen mit der »Blumenau« bereits begonnen worden wäre. »Wir sind sehr wettbewerbsfähig im Vergleich mit den Renchtalgemeinden oder der Stadt Achern«, so der Schultes.
Einstimmig erfolgte schließlich der Beschluss des neuen Plankonzeptes. Die vorgezogene Bürgerbeteiligung erfolgt nun in Form einer zweiwöchigen öffentlichen Auslage. Zudem empfahl der Ortschaftsrat mit seinem Beschluss dem Gemeinderat, die Verwaltung mit der Anhörung der Träger öffentlicher Belange zu beauftragen.