100 Jahre selbst Glück geschaffen

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Erlenbader Schwester Bernhilde wird 100 Jahre alt

»Man muss sich im Leben selbst glücklich machen«. Die Erlenbader Schwester Bernhilde Pawolleck hat allen Grund, glücklich und Gott dankbar zu sein. Heute feiert sie im Kreis ihrer Mitschwestern ihren 100. Geburtstag.

 

Es sei im Leben nicht immer leicht gewesen, aber es habe sich immer wieder geglättet, so Schwester Bernhilde, die im Sommer dieses Jahres ihr 75-jähriges Ordensjubiläum (Kronjuwelen Profess) feiern durfte. »Es hat sich einfach so gefügt, aber ich war sehr gerne eine Erlenbader Schwester«
»Wir werden den Tag mit einem Gottesdienst mit dem Collegium Musicum Erlenbad beginnen«, so die Provinzoberin Schwester Gabriele Löffler, die aber auch ein gemütliches Frühstück und kleine Überraschungen in Aussicht stellt.
Als Schwester Gabriele als junge Frau zu den Erlenbader Schwestern kam und ihre Profess ablegte, war Schwester Bernhilde als Rätin in der Provinzleitung und von 1970 bis 1976 auch Oberin der Europäischen Provinz. »Wir hatten vor ihr Respekt, aber sie war eine großzügige und gütige Oberin«, berichtet Schwester Gabriele, während die Jubilarin höflich darum bat, dass es mit dem vielen Lob genug sei. Dass sie fast noch über eine geistige Frische wie ein junges Mädchen verfügt, nennt Schwester Bernhilde eine große Gnade. »Ich hätte mir nicht träumen lassen, einmal so alt zu werden«, sagt sie lächelnd.
Geboren in Breslau
Ganz stolz ist sie darauf, in der wunderschönen Stadt Breslau im Herzen Schlesien (heute Wrocław/Polen) als jüngstes von vier Kindern des Ehepaars August und Anna Pawolleck, geb. Grundmann, geboren zu sein. Die Eltern gaben ihr den Namen Katharina. Das Mädchen verbrachte in der kulturell reichen Stadt an der Oder eine unbeschwerte Kinderzeit, besuchte das Lyzeum, legte die Mittlere Reife ab, absolvierte eine Ausbildung als Lehrerin der ländlichen Haushaltskunde und lernte in der von den Erlenbader Schwestern geführten Hauswirtschaftsschule in Gammertingen die Franziskanerinnen kennen.
»Man macht manchmal Sachen und nachher stellt man fest, dass es das Richtige war«. Näher geht sie nicht auf ihre inneren Beweggründe ein, weshalb sie mit 23 Jahren an der Tür der Erlenbader Franziskanerinnen klopfte und 1935 ihre Ewige Profess ablegte. »Es hat sich alles so gefügt, meine Entscheidung war richtig.«
Mit schwierigen Kindern
Viel Freude bereitete ihr die Arbeit mit »erziehungsschwierigen Kindern« in jenem Heim in Schwarzach, in dem auch die Gründerin der Gemeinschaft, Mutter Alexia Höll, tätig war, bevor sie auf Druck des Staats und des Kulturkampfes nach Amerika auswandern musste.
»Ich habe sehr gerne mit den Kindern gearbeitet und aus vielen ist auch etwas geworden«, erzählt Bernhilde. Es folgte die Berufung in die Provinzleitung als Rätin und dann auch von 1970 bis 1976 als Oberin der Europäischen Provinz mit rund 180 Stationen. In ihrer Amtszeit kamen Schwestern von Indien nach Europa, traten in die Erlenbader Gemeinschaft ein, bildeten sich fort und kehrten zurück, um Missionsstationen zu gründen.
Längere Zeit lebte Schwester Bernhilde auch im Generalmutterhaus in Milwaukee/USA, das Mutter Alexia aus Bühlertal für die von ihr 1874 gegründete »School Sisters of St. Francis« bauen ließ. Die letzte Etappe ihrer Tätigkeiten war in Freiburg, wo Schwester Bernhilde 20 Jahre im Katharinenstift der Erlenbader Kongregation arbeitete. Von hier ging es nach einem Leben von erfüllter segensreicher Arbeit wieder zurück ins Mutterhaus in Obersasbach, wo die Jubilarin heute feiern wird.

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Schwester Bernhilde Pawolleck führt seit 100 Jahren ein glückliches Leben und ist seit 75 Jahren eine begeisterte Erlenbader Schwester.

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Veröffentlicht in Obersasbach

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