»Wir sind das nicht mehr gewohnt!«
Angesäuerte Autofahrer machen dem Ärger Luft.
Die Schneefälle über Weihnachten und ihre Folgen für den Straßenverkehr haben auch im Raum Achern für manchen Ärger gesorgt. Beim Straßenbauamt, aber auch bei der Stadt Achern kann man davon ein Lied singen Verärgerte Autofahrer oder Anwohner beschwerten sich über ihrer Meinung nach unzureichende Räumung.
»Wir sind das nicht mehr gewohnt«, verweist Dietmar Stiefel darauf, dass derartige Schneemengen wie über Weihnachten schon lange nicht mehr in Achern zu registrieren waren. Hinzu kommt, so der Acherner Bürgermeister, dass das Verkehrsaufkommen gegenüber früher stärker geworden ist. Und es gebe Autofahrer, die auch im Winter im gewohnten Tempo durch die Straßen fahren wollen statt sich dem Wetter anzupassen.
13 Räumfahrzeuge waren in Achern über die Feiertage über 20 Stunden im Einsatz. »Vor drei Jahren hatten wir acht Einsatzstunden im ganzen Winter«, merkt Dietmar Stiefel an. Das Personal und das Material seien an die Grenzen gestoßen. Die Leute hätten den Eindruck, die Stadt könnte mehr machen. »Aber auch wir haben unsere Grenzen«, so der Acherner Bürgermeister. Ärgerlich ist es natürlich, wenn jemand gerade seine Einfahrt freigeräumt hat und dann ein Räumfahrzeug den Schnee von der Fahrbahn wieder vor die Einfahrt schiebt. So etwas sei leider nicht zu vermeiden, fügt Dietmar Stiefel an. Und es sei auch unvermeidbar, dass beim Räumen Schneemassen gegen das eine oder andere parkende Auto geschoben werden.
Dietmar Stiefel verdeutlicht das Dilemma, in dem die Winterdienste stecken: Werden die Straßen vollends geräumt, besteht bei Frost die Gefahr, dass die Straßen in der Nacht gefrieren und spiegelglatt werden. Bleibt die Schneedecke liegen, kann sich durch das Auftauen am Tag aber ebenfalls Eis bilden, was gerade an Anstiegen gefährlich ist. Deshalb konzentriert sich der Winterdienst auf Schwerpunkte wie Anstiege und Kreisverkehre.
Dass auch die Bundesstraßen teils nur schlecht geräumt sind, führt man beim zuständigen Straßenbauamt in Achern auf den Ausfall eines Fahrzeugs gerade an den Weihnachtsfeiertagen zurück. Dadurch konnten nicht alle Straßen entsprechend geräumt werden. Es bildete sich eine Schneedecke und bald darunter auch Eis, so beispielsweise zwischen Zimmern und Renchen oder auch zwischen Sasbach und Achern.
Vorab Salz gestreut
Die Erfahrung mit dem Schneeräumen kam über die Feiertage den Höhenorten zugute, so auch Seebach. Bürgermeister Reinhard Schmälzle ist mit dem Einsatz der Fahrzeuge sehr zufrieden. Man habe bereits vor dem angekündigten Schneefall vorab Salz gestreut, damit sich kein Eis bildet. zusätzlich zu zwei Unimogs für die rund 45 Kilometer Gemeinde- und Gemeindeverbindungsstraßen habe man Schneefräsen für die Gehwege einsetzt. Am ersten Weihnachtsfeiertag seien die Straßen gut geräumt gewesen, Beschwerden habe es nicht gegeben. Wald- und Wanderwege werden indes nur teilweise geräumt. »Unser Winterdienst hat einen tollen Job gemacht«, so Reinhard Schmälzle.
Kreisverkehre, wie hier in der Martinstraße/Allerheiligenstraße, stehen unter anderem im Mittelpunkt der Räum- und Streudienste.
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