Weiterhin ein Familienbad
Rund 1,5 bis 2 Millionen Euro kostet die Sanierung des Freibades / Bürgerbeteiligung ist vorgesehen
Der Acherner Gemeinderat votierte am Montag dafür, dass die Weichen für die Sanierung des Freibades gestellt werden. Dabei sollen das Becken samt Kinderbecken und die technischen Anlagen für rund 1,5 bis zwei Millionen Euro erneuert werden.
Der Acherner Gemeinderat beauftragte die Verwaltung, detaillierte Planungen unter Hinzuziehen eines Fachingenieurs zum Freibad zu erstellen. Zudem soll ein Finanzierungskonzept vorgelegt werden. Eine Bürgerbeteiligung ist geplant, die entsprechend vorbereitet werden muss »Das Bad ist in einem labilen Zustand. Im Sommer haben wir die Probleme erleben dürfen«, erinnerte Oberbürgermeister Klaus Muttach an die stundenweisen Schließungen des Beckens gerade in der Hitzeperiode.
Carmen Weber, Leiterin der Fachgruppe Hochbau, stellte den Räten die Ergebnisse ihrer Untersuchungen vor. Dabei setzte sie folgende Prioritäten: Das Freibad solle ein (kostengünstiges) Familienbad sein, kein Spaßbad. Eine biologische Wasseraufbereitung mit größerem Flächenverbrauch und Pflegeaufwand ist ihrer Meinung nach klar im Nachteil gegenüber der chemischen Wasseraufbereitung wie bislang durch Chlor.
Um eine nachhaltige (wenn auch bei der Anschaffung teuere) Lösung zu schaffen, soll ein Edelstahlbecken eingesetzt werden. Die Wasserfläche soll gleich bleiben, das Wasser geheizt werden und zudem kleine Attraktionen wie Unterwasserliege, Schwallbrause, Wasserkanone und Bodenblubber entstehen. Sie rechnet mit Kosten von 1,5 bis 2 Millionen Euro.
STICHWORT I
Mängelliste
Die Mängelliste des in den 30er-Jahren entstandenen Freibades ist groß:
▸ Das Rohrsystem ist veraltet und marode.
▸ Die Durchströmung (veraltete Längsdurchströmung) ist schlecht.
▸ Die Umwälzleistung der Pumpen ist zu gering und nicht steigerungsfähig.
▸ Manuelle Chlor-Dosieranlage. Mess- und Regeltechnik fürs Schwimmerbecken fehlen.
▸ Das Schwimmerbecken ist nicht beheizt
▸ Das Becken ist undicht und hat einen Wasserverlust von 40 Kubikmeter pro Tag.
▸ Das Abwasser wird zum Großteil mittels einer 75 Jahre alten Grube entsorgt.
▸ Die Umwälzleistung und Filtration des Wassers im Babybecken ist an stark besuchten Tagen zu gering. Eine zweite Rückspülung bewirkt ein Absinken der Temperatur.
▸ Die Beckengestaltung und der Umgang sind weder kind- noch seniorengerecht.
STICHWORT II
Maßnahmen und Kosten
Grob veranschlagt entstehen bei einer Sanierung folgende Kosten:
▸ Edelstahlbecken rund 1,165 Millionen Euro (Alternative Folienbecken rund 960 000 Euro);
▸ Wassererwärmung rund 10 0 000 Euro;
▸ Nebenkosten von 15 Prozent rund 175 000
Euro;
▸ Anschlusskosten für die Kanalisation rund 60 000 Euro;
▸ eventuell neues Technikgebäude rund 100 000 Euro;
▸ Noch nicht veranschlagt sind Kosten für die Sanierung des Kinderbeckens.
Die schrittweise Umsetzung soll folgendermaßen vonstatten gehen:
▸ Sanierung des Schwimmerbeckens unter Beibehaltung der vorhandenen Größe, jedoch Steigerung der Attraktivität durch Ausgestaltung un Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich und Einbau von Attraktionen für jung und alt;
▸ Erneuerung der Schwimmbadtechnik;
▸ Umgestaltung und eventuell Erweiterung des Kleinkindbereichs;
▸ Erneuerung des Technikgebäudes;
▸ Renovierung beziehungsweise Modernisierung des Sanitärtrakts mit Umkleiden.
Das Acherner Freibad soll auch nach der Sanierung ein Familienbad sein.
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