»Rappelkiste« für Einjährige

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Anbau im Kindergarten St. Josef in Zusenhofen eingeweiht / Neue Betreuungsrichtlinie umgesetzt

Während einer internen Feierstunde fand am Samstagabend die Erweiterung des katholischen Kindergartens »St. Josef« mit dem neuen U 3-Bereich ihren Abschluss. Dort werden erstmals auch Kinder unter zwei Jahren betreut – ein Novum in Oberkirch.

 

Mit der Erweiterung des U 3-Bereiches im Kindergarten »St. Josef« setzt die Ortschaft Zusenhofen, gemeinsam mit dem Träger, der katholischen Kirchengemeinde, als erste Einrichtung der Stadt Oberkirch eine bundesweite Richtlinie in die Realität um. Ab 1 August 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen U 3-Platz.
»Mit dem zur Verfügung gestellten Angebot nehmen wir die gesellschaftspolitische Aufgabe nicht nur an, sondern lösen sie erfolgreich«, sagte Ortsvorsteher Peter Müller, der Oberbürgermeister Matthias Braun vertrat.
Mit Beginn des Kindergartenjahres 2010/2011 im September wurde das erste einjährige Kind aufgenommen. Bis zum Ende des aktuellen Kindergartenjahres werden es drei Einjährige sein, die die Kleinkindergruppe besuchen werden.
Dass man die Augen bei den zurückgehenden Kinderzahlen in Oberkirch und auch in Zusenhofen vor der Realität nicht verschließt, unterstrich Müller. Die Verantwortlichen nehmen die Tatsache nicht nur zur Kenntnis, sondern sähen darin den Auftrag, eine moderne, auf die Zukunft ausgerichtete Kindergartenlandschaft zu schaffen. »Dieser Anbau ist beispielhaft und zukunftsweisend dafür«, betonte Müller nicht ohne Stolz.
Frühkindliche Erziehung
Derzeit können im Kindergarten »St. Josef« vier Gruppen mit insgesamt 74 Kindern beherbergt werden. In der Kleinkindgruppe können nach dem Anbau auch Einjährige beziehungsweise unter Dreijährige bis zu sechseinhalb Stunden pro Tag betreut werden.
Kindergartenleiterin Tanja Zimmermann nannte die erweiterte Einrichtung einen wichtigen Mosaikstein der frühkindlichen Erziehung. Durch frühkindliche Bildung könnten ungleiche Startchancen ausgeglichen und so die Bildungschancen der Kinder verbessert werden. Die so genannte »Rappelkiste« soll ein Raum der Begegnung sein, der es den Kleinen ermöglicht, den Großen nachzueifern. Durch die geschaffenen räumlichen Voraussetzungen könne die kindgerechte Bildung und Erziehung wie im Orientierungsplan vorgesehen umgesetzt werden.
Drei Monate Bauzeit
Architekt Jürgen Müller vom Oberkircher Architekturbüro Müller & Huber stellte Planung und Kostenrahmen vor und dankte Bauleiter Tobias Männle für die zügige Umsetzung der Baumaßnahme, die innerhalb von drei Monaten abgeschlossen werden konnte. Pfarrer Klaus Fehrenbach sprach den kirchlichen Segen für Kinder, Erzieherinnen und Eltern. Gestern Vormittag konnten die Zusenhofener Bürger die neuen Räume besichtigen.

STICHWORT
»Die Erzieherinnen müssen den ganzen Morgen rennen, um Kinder einzufangen.«
Pfarrer Klaus Fehrenbach schmunzelnd zum gesundheitlichen Aspekt der Kindergartenerweiterung.

»Ich hoffe, dass dadurch die Zahl der geburtenschwachen Jahrgänge zurückgehen wird.«
Architekt Jürgen Müller zur Einrichtung des U3-Bereiches.

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Reges Interesse an dem Anbau im Kindergarten »St. Josef« zeigte gestern die Bevölkerung Zusen-hofens. Kinder und Erwachsene nutzten dabei die Gelegenheit, die Kindergartenräume und das neue Angebot für die Ein- und Zweijährigen zu besichtigen.

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Veröffentlicht in Zusenhofen

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