Ottenhöfen muss jetzt trumpfen
Tourismusstudie fordert eine Hygiene der Zusammenarbeit für den Aufschwung / Ästhetik verbessern
Die Gemeinde Ottenhöfen stellte am Montag die vom Fachbüro Reppel und Partner aus Waldbronn konzipierte Tourismusstudie im Bürgerhaus vor. Zu sehen war auch ein Imagefilm
Tourismusexperte Klaus Reppel stellte am Montag heraus, dass Ottenhöfen nicht auf den Tourismus verzichten kann, denn der immaterielle Nutzen wie ein erhöhter Wohnwert, eine umfangreiche Infrastruktur oder ein relativ gut funktionierender Handel machen Ottenhöfen auch als Wohnort attraktiv
Leider habe der Ort in den vergangenen Jahren rund 25 Prozent an Gästen verloren, was nicht dem allgemeinen Trend entspreche.
Dies ist umso bedauerlicher, so Reppel, da Ottenhöfen sehr medienpräsent ist und sich insbesondere in den Bereichen Natur und Kultur durch beachtliche Trümpfe auszeichnet. Der Mühlenweg, der angestrebte landwirtschaftliche Erlebnispfad und ein geradezu ideales Wandergebiet mit dem exponierten Karlsruher Grat sind einzigartige Angebote.
Das Ortsbild mit seinen Tälern ist schmuck, unverdorben und ursprünglich. Umso mehr fallen daher Bau- und Fassadensünden, ungepflegte Flecken und fehlender Blumenschmuck links und rechts der Hauptstraße auf.
Den Trümpfen Naturerlebnis und Wandern, sagenhafte Atmosphäre und Dampflokerlebnis stehen ein Innovations- und Investitionsstau sowie Qualitätsdefizite in Teilen des Gastgewerbes gegenüber.
An Gästen orientieren
Da der Markt ein Haifischbecken ist und sich nicht vermehrt, empfahl Klaus Reppel einen radikalen Paradigmenwechsel vom Verkäuferangebot zur Gästeorientierung. Der Investitionsstau müsse aufgelöst werden. Qualität und Service müssten sich durchweg an heutigen und künftigen Ansprüchen orientieren.
Dazu gehöre auch, den »Innovationsstau in den Köpfen« aufzulösen. Das, so der Tourismusexperte, erfordere eine deutliche Erhöhung des Budgets für die Gemeinde, aber insbesondere auch für die Leistungsträger. »Die Gemeinde kann ihren Betrieb nicht vermarkten«, lautete dazu der Kommentar Reppels an die Betriebe, aber er ließ auch die Gemeinde nicht aus der Verantwortung, da die Ästhetik des Ortsbildes teilweise deutlich verbesserungswürdig sei. Insgesamt müsse eine »Hygiene der Zusammenarbeit« entstehen, in der ein tatkräftiger Kooperationsgeist auf gemeinsame Ziele hinarbeite.
Da der Etat der Gemeinde keine großen Sprünge erlaubt, empfahl Reppel, sich klare Ziele zu setzen, die Zusammenarbeit mit den »Leuchttürmen« im Tourismus und mit jenen zu verstärken, die besser werden wollen.
Als operatives Ziel peilte Reppel die Verbesserung der Auslastung der Tourismusbetriebe und die Steigerung der Tagesgäste um 25 Prozent in den kommenden zwei Jahren an. Dazu müsse Ottenhöfen als Ort der Gastlichkeit und Kinderfreundlichkeit seine Trümpfe ausspielen und sich ein attraktives Image verschaffen. Dazu seien Arbeitsgruppen einzurichten oder Bürgerversammlungen einzuberufen.
Moderne Leitsprüche
Mit Leitsprüchen »Mein Herz schlägt in/für Ottenhöfen« oder »Den Seelenakku auftanken in der Naturidylle Ottenhöfen« könnten die Themenangebote zum Wandern in einer faszinierenden Natur oder zur Gesundheit flankiert werden.
Nicht zuletzt empfahl Klaus Reppel, durch regelmäßige Gästebefragung die Wünsche der Gäste genau zu erkunden. Um das Erkannte auch in die Tat umzusetzen, hat der Experte der Gemeinde einen Masterplan mit rund 70 Punkten übergeben, in dem seine Empfehlungen unter den Rubriken »sofort«, »kurz-/mittelfristig« und »längerfristig« zu erledigen aufgeführt sind.
Ottenhöfen ist in eine einzigartige Naturlandschaft eingebettet. Wie es seine Potenziale der Naturidylle für den Tourismus besser nutzen kann, zeigte Tourismusexperte Klaus Reppel am Montag im Bürgerhaus auf.
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