»Keines der Argumente ist restlos falsch«
Kontroverse Debatte im Gemeinderat / CDU und Bürgerforum hätten Werkrealschule gleich realisiert
Das sagten die Fraktionen in der Werkrealschuldebatte:
Christine Rösch (CDU): Die Önsbacher Ortsvorsteherin nannte die Vorteile der Werkrealschule (WRS): Schüler könnten die mittlere Reife erlangen, ohne die Schule zu wechseln. Renchener Schüler würden für Achern die Sachkostenbeiträge erhöhen Laut Rösch würde Achern keine Schüler verlieren, die Acherner WRS müsse keinen Mitbewerber fürchten. Die Schülerzahlen seien nicht dramatisch, sondern nur stark schwankend. »Die WRS ist die Zukunft«, so Rösch, Eltern und Schule in Önsbach würden dafür plädieren. Eine Entscheidung wollte sie nicht »auf die lange Bank schieben«.
Bernhard Keller (CDU): Ein Vertreter des Schulamtes muss Gemeinderat und Bürger informieren, forderte Keller einen baldigen Termin.
Edgar Gleiß (FW): »Wir brauchen ein schlüssiges Konzept für die gesamte Stadt, keine partiellen Entscheidungen speziell in der Acherner Südschiene«, mahnte der geschäftsführende Schulleiter. Die WRS mit Renchen könne nur bei langfristiger Zweizügigkeit funktionieren, Gleiß sah dies schon ab 2012 gefährdet. Renchen reklamiere den Schulsitz, obwohl die Acherner Seite mehr Schüler einbrächte. Vielmehr sollten die Hauptschulen Oberachern sowie Fautenbach/Önsbach Außenstelle der GWRS Achern werden, wo auch das Thema Integration täglich wichtiger werde.
Gebhard Glaser (FW): Der Freistetter Realschulleiter sagte, dass die Schülerzahlen für eine WRS mit Renchen »sehr, sehr knapp« seien. Die WRS neuen Typs mache nur Sinn, wenn sie sich als Erfolgsmodell beweist. Achern könne mit Renchen auch auf Hauptschulebene kooperieren, so Glaser. Außerdem forderte er, so schnell wie möglich, die Önsbacher Rektorenstelle neu auszuschreiben
Kommissarische Leiterin ist dort ab November Monika Fischer-Ziegler (Anmerkung der Redaktion).
Jutta Römer (ABL): Die Geburtenzahlen gehen zurück, was bekannte Konsequenzen habe. Die Acherner Hauptschulen würden gut funktionieren, »ich sehe keinen Grund, daran etwas zu ändern«, sagte Römer, die geplante WRS würde Renchen stärken und Achern mit seiner Werkrealschule schwächen. Die Aufhebung des Schulbezirks habe zur Folge, dass etwa die Fautenbacher nicht mehr nach Achern gehen könnten. Sie will abwarten und »nicht schon wieder in einem halben Jahr diskutieren«.
Roland Kist (Bürgerforum): Keines der ausgetauschten Argumente sei restlos falsch, sagte Kist, es sei eben ein Ringen um das Kinderwohl und Schulstandorte. Er sah durch die WRS Renchen keine Gefahren für Achern und Oberachern, mit sinkenden Schülerzahlen würden sowieso alle zu kämpfen haben. Deshalb war er für den Wettbewerb.
Markus Singrün (SPD): »Mir fehlt das positive Argument für die Werkrealschule mit Renchen«, begründete Singrün seinen Wunsch auf Vertagung. Eine Entscheidung »im Hauruckverfahren« lehnte er ab, das System Werkrealschule müsse sich noch bewähren.
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