Illenau hat eine große Zukunft

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Die Bürgerinitiative klärt über ihre Pläne für eine Begegnungsstätte mit Café und Museum auf

Der Förderkreis Forum Illenau kann stolz sein. Nach den Illenau-Werkstätten, die zur von Bürgern getragenen Erfolgstory wurden, trafen nun auch die im Festsaal der Illenau präsentierten Pläne für ein Museum mit Cafébetrieb im Arkadengebäude auf große Zustimmung.

 

Förderkreis-Sprecher Siegfried Stinus hob am Dienstag im Festsaal Elisabeth Lötsch hervor, die mit ihrer Tochter und drei Enkeln die rege in Anspruch genommene Informationsveranstaltung besuchte. Stinus erinnerte an ihren verstorbenen Ehemann Pfarrer Dr Gerhard Lötsch, dem »geistigen Vater der Bürgerinitiative Zukunft der Illenau«. 1992 schrieb Lötsch im ersten Aufruf der Vereinigung: »Ist es vermessen zu hoffen, dass die Illenau nicht nur eine große Vergangenheit hinter sich, sondern eine neue Zukunft vor sich hat?«
Inzwischen sei die beschworene Zukunft längst zur bewunderten Realität geworden. OB Klaus Muttach beschrieb die herausragenden Anfänge der Initiative, die mit der Eröffnung der Illenau-Werkstätten einen Meilenstein zur Wiederbelebung der Illenau bewältigt habe. Mit der Renovierung des Südflügels und der Umsiedlung der Verwaltung sei ein »großer Wurf« in Arbeit, der mit einer »Aufwertung der Innenstadt« einhergehe. Muttach würdigte das »tolle Engagement« der im Förderkreis organisierten Bürger und freute sich, »mit ihrer Hilfe das faszinierende Projekt einer Begegnungsstätte realisieren zu können«.
200 000 Euro gespendet
Jürgen Franck skizzierte die Wegstrecke der Planung. Dank großzügiger Sponsoren und der Organisation von Bücher- und Geschirrmärkten hatte das Forum 2008 bereits 100 000 Euro auf das städtischen Spendenkonto eingezahlt. Diese inzwischen auf 200 000 Euro angewachsene Summe sollte nicht »in einem Bodenbelag oder einer Wanddekoration verschwinden«, sondern für ein »in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Illenau weisendes Projekt Verwendung finden«

Unter dem Credo »Von Bürgern für Bürger« wird jetzt die Planung einer Ausstellungsstätte vorangetrieben, die »kein abgeschiedener Museumsbau«, sondern ein »lebendiger Ort der Begegnung« werden soll. Die Ausstellung mit »Dokumenten, die den Geist der Illenau tragen«, wird mit dem Stuttgarter »Haus der Geschichte« und dem Acherner Museumsverein erstellt. Unter der Überschrift »Die Illenau – ein deutsches Schicksal« sind zur Zeit acht chronologisch geordnete Ausstellungsbereiche, darunter der Kernteil: »1842 bis 1940 – Von der Menschenwürde zum Lebensunwert« geplant.
Die Architekten Jörg Sandhacker und Joachim Kupfer präsentierten die bauliche Planung. Die Dokumentation soll im Erdgeschoss und einem neu zu bauenden Galeriestockwerk des Arkadengebäudes auf der Südseite des Ehrenhofs Platz finden. 235 Quadratmeter sind für den Ausstellungsbereich geplant. Dabei soll der ursprüngliche Zustand weitestgehend erhalten bleiben.
Gastraum mit 60 Plätzen
Nötig werde der Einbau von Toiletten im ersten Stock während sich ein Behinderten-WC bereits im Erdgeschoss findet. Der im »grünen Gewölbe« geplante Gastraum umfasst 150 Quadratmeter mit 50 bis 60 Sitzplätzen. Darüber hinaus könnte der Arkadenbereich für etwa 40 Personen und der Innenhof für bis zu 100 Besucher bestuhlt werden.
Ermittelt wurde ein Finanzbedarf von 385 000 Euro. Bürgermeister Dietmar Stiefel erklärte auf Nachfrage, dass mit einem Zuschuss von 50 Prozent der Baukosten aus dem Landessanierungsprogramm gerechnet werden könne. Einkünfte aus der Vermietung könnten den Unterhalt der im städtischen Besitz und Verantwortungsbereich bleibenden Stätte sichern helfen. Eine Abstimmung des Gemeinderats sei für die übernächste Sitzung vorgesehen.
Tassen, Wein, Kalender
Siegfried Stinus erklärte schließlich, dass für die Einrichtung des »mit einfachen Mitteln gestalteten Museums« noch Spendengelder benötigt werden. Die im Foyer zum Verkauf stehenden Bausteine und Tassen mit dem Illenau-Emblem, das Replikat eines Löwenkopfs, der dem Wasserspeier des Illenau-Brunnens nachgebildet ist, Illenau-Wein, der neue Illenau-Kalender und zwei wertvolle Nachdrucke zur Geschichte der Illenau erfreuten sich nicht nur deshalb großer Nachfrage. Daneben füllte sich die Spendenkasse des Abends. Rund 1200 Euro konnte der Förderkreis am Ende als Einnahme verbuchen.

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Sehr gut besucht war die Veranstaltung des Förderkreises Forum Illenau. Die Gäste lernten die Pläne für den Bau eines Museums mit Café in der Illenau kennen.

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Veröffentlicht in Achern

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