Eine Schulstunde im Rollstuhl beeindruckt Schülerinnen

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Querschnittgelähmter gab offene Einblicke ins Leben eines Behinderten

 

An den Motorradunfall, den er mit 19 Jahren hatte, kann sich Jürgen Wäldele nicht mehr erinnern. Die Folgen allerdings haben sein Leben von einer Sekunde zur anderen verändert. Denn seither hat er eine Querschnittslähmung ab dem ersten Brustwirbel Dies bedeutet ein Leben im Rollstuhl, was für viele Gesunde nur schwer vorstellbar ist.
Um Kontakte von Nichtbehinderten zu Betroffenen zu schaffen, kam Jürgen Wäldele als Mitglied im Verein Behinderte helfen Nichtbehinderten (BhN) im Rahmen eines vom Kultusministerium unterstützten Projektes ans Acherner Gymnasium.
Lehrerin Doris Reck freute sich, Jürgen Wäldele als Referenten begrüßen zu können. Mit vier zusätzlichen Rollstühlen konnten die Schülerinnen einer neunten Klasse dann eine Doppelstunde lang testen, wie es sich anfühlt, im Rollstuhl zu sitzen. Bodenschwellen, eine enge Passage, Hindernisse und ein Wettspiel waren zu meistern. Unter Anleitung des Profis im Rollstuhl durften die Schülerinnen erfahren, wie man im Rolli Treppenstufen hinauf und wieder herunter kommt. Dabei war auch wichtig zu sehen, dass Menschen mit Behinderungen manchmal Hilfe benötigen. In solchen Fällen sollte man offen und aufmerksam sein und Hilfe anbieten, so Jürgen Wäldele
Lehrreiche Gespräche
Eine zweite Doppelstunde war als Gesprächsrunde vorgesehen. Jürgen Wäldele erzählte von seinem Unfall und beantwortete beeindruckend offen alle Fragen. Den Mädchen wurde bewusst, dass auch für Rollstuhlfahrer ein ganz normales Leben möglich ist. Wäldele: »Es gibt für jedes Problem eine Lösung, nicht immer so wie man sie sich selbst aussuchen würde, aber es gibt eine Lösung

Man muss nur oft dafür kämpfen.«
Solch eine beeindruckende Lebensgeschichte von einem Menschen mit Behinderung, dessen normaler Lebensalltag eine Herausforderung bedeutet, bewegte die Schülerinnen zum Nachdenken. Es erfordert Mut, Willen, Durchsetzungsvermögen aber auch Toleranz und die Stärke, um Hilfe zu bitten und diese anzunehmen. Viele Eigenschaften, die Nichtbehinderte ebenso benötigen, um das Leben zu meistern.
Selina und Lara sagten nach dem Projekt: »Es war für uns eine sehr lehrreiche Erfahrung, da wir nun einen kleinen Einblick ins Leben eines Rollstuhlfahrers bekommen haben und dass wir keine Hemmungen vor ihnen haben müssen. Wir werden wohl, wenn wir in Zukunft einen Rollstuhlfahrer sehen, an dieses Projekt denken. Wir wissen nun, wie wir Menschen mit einer Behinderung helfen können.«

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Um das Leben in einem Rollstuhl bewältigen zu können, braucht es Willen und Mut, aber auch die Stärke, Hilfe anzunehmen, erfuhren Gymnasiastinnen bei einem lehrreichen Projekt.

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Veröffentlicht in Achern

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