Echter Bayer dirigiert in Erlach

Veröffentlicht auf von Acher-Rench-Zeitung

Rudolf Wörsching erlernte zwei Berufe, ehe er Musiker wurde / Gesangstalent löst Begeisterung aus

 

Seine bayerische Abstammung kann Rudolf Wörsching nicht wegdiskutieren, er will das aber auch gar nicht und steht freudig zu seinem Dialekt. Sollte er versuchen, ihn zu unterdrücken, würde dieses Unterfangen sicher fehlschlagen. Schon allein deswegen bleibt Wörsching das, was er ist, ein waschechter Oberbayer Und das macht den am Ammersee geborenen Dirigenten des Musikvereins Erlach so außerordentlich sympathisch.
Neben dem Dialekt und seiner musikalischen Begabung hat der Dirigent noch eine Eigenschaft, die Sympathien für ihn wecken. Er bemüht sich, Nachwuchs in die von ihm geleiteten Vereine zu bringen. Die Jugend sollte von Kindesbeinen an zur Musikalität angehalten werden, ist er überzeugt und versucht dies nach Kräften zu unterstützen.

http://www.baden-online.de/news/images/news_lokales/artikel_arz/10989_1.jpg

Rudolf Wörsching ist Dirigent mit Leib und Seele.

Zwei Berufe gelernt
Dass Rudolf Wörsching einmal Berufsmusiker werden sollte, das war ihm – obwohl von Klein an mit der Musik konfrontiert – nicht bewusst. Gleich zwei Berufe hatte er vor seiner Musikerlaufbahn absolviert: Er lernte Maschinenschlosser und war später als Rettungssanitäter eingesetzt. Erst nach Ableistung des Zivildienstes entschloss sich Wörsching Musiker zu werden. In Augsburg studierte er Musik. Seine besondere Liebe galt seit seinem neunten Lebensjahr dem Horn. In Augsburg hatte er als Hauptfach Orchestermusik belegt, bewusst wollte er sich nicht zu einem Spezialisten ausbilden lassen.
Ein Leben mit der Musik begann Wörsching wie viele seiner Altersgenossen. Erst einmal war Blockflöte angesagt, mit sechs Jahren lernte er Akkordeon, bekam mit neun Jahren sein erstes Horn. Als er zehn Jahre alt war, spielte er Schlagzeug, lernte später auf allen Blechinstrumenten zu spielen

Ein Instrument hatte er noch nicht probiert: Die menschliche Stimme. Aber auch das wurde schnell anders, Wörsching ließ sich auch auf diesem wichtigen Instrumentarium ausbilden. Die Besucher von Veranstaltungen des Erlacher Musikvereins erleben immer wieder einen Dirigenten, dessen Gesangstalent die Besucher zu Beifallsstürmen hinreißt.
Auf sein Engagement in Sachen Nachwuchs für die Kapellen angesprochen, unterstreicht der Dirigent die Bedeutung von Jungmusikern zum Erhalt der Kapellen. Man dürfe die Jugendlichen nicht überfordern, machte er deutlich, sollte sie aber anhalten, eine begonnene Sache mit viel Engagement weiter zu betreiben – vor allem aber dranzubleiben und nicht bei jedem Widerstand aufzugeben.
Ziel bei der Jugendausbildung dürfe nicht allein sein, Instrumente zu lernen. Absicht muss immer wieder auch die Bindung der jungen Menschen an den Verein sein. Freiwilligkeit bei der Ausbildung sei die bessere und langfristig tragbarere Variante zum Zwang, machte Wörsching seine Überzeugung deutlich, dass Musizieren Spaß und Freude machen muss. Nur so könne man die Jugend für die Vereine gewinnen. Um gute Musiker zu formen, auf jeden der Auszubildenden einzugehen, sieht der Dirigent Einzelunterricht als unabdingbar. Natürlich nach gründlicher Vorbereitung in der Gruppe. Wenn die Musiker später im Verein integriert sind, kommen die vielschichtigen sozialen Aspekte hinzu, die ein Verein biete. Sich einzuordnen, den Nachbarn zu akzeptieren, sich aber auch durchzusetzen, all das und vieles mehr lernen die jungen Vereinskameraden.
Er sei jetzt neun Jahre in Erlach, während dieser Zeit wurden so an die 17 Jugendliche ausgebildet, sie sind dem Verein treu geblieben und heute Stützen der Musik. Keine schlechte Resonanz für einen doch kleinen Ort.
Einen Wunsch hat Wörsching: Holz habe man in Erlach genug, ja nahezu einen Überstand. In der nächsten Zeit suche man besonders Nachwuchs, der sich für Blech interessiert, fordert ein Mann, dessen Akzeptanz in Erlach sehr groß ist. Das Programm ist gut, meinte Musikvereins-Vorsitzender Herbert König, Musik quer Beet biete Wörsching, auch die Volksmusik komme bei der Mischung, die der Dirigent zusammenstellt nicht zu kurz. Vor allem sei der Dirigent ein Mann mit Humor, versicherte König.
Wörsching leitet neben dem Musikverein den Kirchenchor in Erlach und hat den Männergesangverein in Renchen übernommen. Natürlich steht Rudolf Wörsching bei der Ortswette voll auf Seiten der Gemeinde. Kein Problem dürfte es sein, die ausgelobten 500 Euro für den »Bunker« und damit für die Jugend der Stadt zu kassieren.

http://www.baden-online.de/news/images/news_lokales/artikel_arz/10989_1.jpgRudolf Wörsching ist Dirigent mit Leib und Seele.  

 

Jetzt klicken und 10 Tage kostenlos Zeitung lesen

Werbung

Veröffentlicht in Musikverein

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post