»Das kann geschultert werden!«
Neues Technisches Gymnasium in Achern: Schulleiter und Kreisrat Edgar Gleiß ist optimistisch.
Achern soll an den Beruflichen Schulen ein Technisches Gymnasium bekommen. Der Kreistag entscheidet darüber am Dienstag nächster Woche Wie sieht der geschäftsführende Schulleiter Acherns, Edgar Gleiß, der gleichzeitig Kreisrat ist, das Projekt?
Würde das schulische Angebot in Achern durch ein Technisches Gymnasium lückenlos?
Gleiß: Ein berufsbildendes Gymnasium würde auf jeden Fall das Angebot der Großen Kreisstadt Achern komplettieren. Bisher gab es aber im berufsbildenden Bereich schon das Angebot, über das Berufskolleg I und II die Fachholschulreife zu erreichen. Und die Heimschule Lender bietet ein Wirtschaftsgymnasium an.
Für die Schüler im Raum Achern hätte das zusätzliche Angebot viele Vorteile...
Gleiß: Die Wege für die Schüler, die bislang nach Bühl oder Offenburg gefahren sind, werden natürlich kürzer.
Und im Gegensatz zur Fachhochschulreife über das Berufskolleg erreicht man am Technischen Gymnasium ein allgemein anerkanntes Abitur.
Gleiss: Die Schüler erhalten die allgemeine Hochschulreife, wenn sie eine zweite Fremdsprache belegen.
Das heißt auch, am Technischen Gymnasium kann man praktisch das Abitur in 13 Schuljahren machen und dem G8 ausweichen. Wird Technische Gymnasium zur Konkurrenz für das Acherner Gymnasium?
Gleiß: Nein. Wer nach der Grundschule auf das Gymnasium geht, hat das Ziel, das Abitur zu machen. Das Acherner Gymnasium ist qualitativ sehr hochwertig und mit einem breiten, kompetenten Angebot aufgestellt. Neben den Naturwissenschaften und Sprachen gibt es den Kunstzug. Im nächsten Schuljahr wird auch noch Chinesisch angeboten. Bisher hat Schulleiter Paul Droll mit seinem Kollegium alles dafür getan, dass sich das Gymnasium hervorragend entwickelt hat und einen sehr guten
Ruf besitzt.
Aber nicht für jeden ist das Tempo des G8 die richtige Vorgehensweise.
Gleiss: Schüler, die in die Realschule oder auch in die Werkrealschule gehen, haben die Möglichkeit, das Abitur über ein berufsbildendes Gymnasium zu erreichen. Wie mir Herr Peter, Leiter der Robert-Schuman-Realschule mitteilte, gehen sehr viele seiner Schüler diesen Weg. Allerdings gibt es auch Schüler, vor allem aus der ländlichen Region, die trotz Gymnasialempfehlung den Weg über die Realschule suchen.
Es könnten Gymnasiasten nach der neunten oder zehnten Klasse zum Technischen Gymnasium abwandern.
Gleiß: Die berufsbildenden Gymnasien haben gewisse Auflagen, nicht zu viele Gymnasiasten aufzunehmen.
Am nächsten Dienstag fällt im Kreistag die Entscheidung. Werden die Kreisräte für Achern stimmen?
Gleiss: Ich habe ein positives Gefühl. Achern ist vorgeschlagen, dazu vier Standorte mit anderen Schwerpunkten. Der Kreistag kann die Bildungslandschaft dadurch verbessern. Ich erwarte nicht, dass da zu sehr lokal gedacht wird.
Wie ist die Stimmung in Ihrer Fraktion, den Freien Wählern?
Gleiss: Ich gehe davon aus, dass die Freien Wähler Ortenau dem Projekt positiv gegenüberstehen und ich hoffe, dass es in den anderen Fraktionen ähnlich sein wird.
Der finanzielle Faktor wird auch eine Rolle spielen...
Gleiß: Schulleiter Jörg Krauß wird darlegen, was an zusätzlichen Belastungen für den Kreishaushalt zu erwarten ist. Aber das, was in Achern notwendig ist, kann geschultert werden, denn es gibt keinen Erweiterungsbau. Durch die Bildung der Kompetenzzentren entsteht Platz. Die Kfz-Mechatroniker werden Achern verlassen. Auf jeden Fall ist im naturwissenschaftlichen Bereich mit Neuanschaffungen zu rechnen. Ob dies über den Sachkostenbeitrag von 918 Euro pro Schüler und Schuljahr vom Land zu schultern ist oder über den Kreishaushalt muss von den Beruflichen Schulen mit der Kreisverwaltung diskutiert werden.
Das Angebot an den Beruflichen Schulen in Achern könnte sich um ein Technisches Gymnasium erweitern.
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