Buchfink-Fieber greift um sich
Mit ihrem Improvisationstheater begeistern die zwei Komödianten rund 350 Kinder im Josefshaus
Das Göttinger Buchfink Theater gastierte zum zweiten Mal beim Acherner »gong«-Programm. Mit den beiden Stücken »Die Ideenfänger« und »Willi, Piggi & die Bands« konnten sie im Josefshaus rund 350 Kinder begeistern.
»Die Ideenfänger«, das sind Christoph Buchfink und sein Kollege Andy Clapp, bereichern mit ihrem Improvisationsprojekt die Königsdisziplin des Kindertheaters. Die kleinen Besucher, darunter Gruppen aus den Kindertagesstätten St Michael und Rollerbau, zum Mitmachen zu ermuntern, erschien als ein gewagtes Spiel. Einmal in Gang gebracht, hätten die Zahl und Lautstärke der Anregungen und Zwischenrufe den Fortgang der Handlung zum Erliegen bringen können.
Dank der immensen Spielfreude und dem Einfallsreichtum der erfahrenen Bühnenprofis wurde die drohende Klippe grandios umschifft. Das Stück begann mit einem temporeichen Versteck-Slapstick. Der anschließende Versuch Buchfinks, das Publikum zu begrüßen, wäre fast gescheitert, da es der clowneske Clapp verstand, ihm pausenlos ins Wort zu fallen.
Grandiose Eisbrecher
Später sollte eine Geste oder kleine Mundbewegung genügen, um Buchfink aus dem Konzept zu bringen. Beide Szenen wirkten als grandiose Eisbrecher, bei dem das wellenartig losbrechende Gelächter für eine tolle Stimmung sorgte. »Habt ihr eine Idee, wie der König unseres Stücks heißen könnte?«, lautete die erste Frage Buchfinks, die mit einem noch zögerlichen »Nein« beantwortet wurde. »Und sein Diener?«, hieß es weiter. »Ich weiß es!«, rief ein kleiner Knirps, und schon hatten die Hauptrollen ihren Namen weg: »König Nein« und »Ich weiß es«.
Nachdem die Kinder merkten, dass ihre Vorschläge ohne viel Federlesen zu machen angenommen wurden, gab es kein Halten mehr.
Um sich nicht gänzlich jeder Laune des Publikums auszuliefern, hatten die ausgefuchsten Komödianten das Grundgerüst der Geschichte im voraus festgelegt. Für die Kinder gab es darüber hinaus noch immer jede Menge Möglichkeiten, den sich herrlich albern entwickelnden Handlungsfaden zu beeinflussen.
In der Acherner Version des Theaterstücks wurde der König von einer Kräuterhexe verzaubert. Er wurde gezwungen, immer wenn er »Ja« sagen wollte, mit einem »Nein« zu antworten. Seine Frau wurde in der Folge zu einer Fee, und die verunglückte Tochter spukte als Geist im Keller herum. Der Diener entlockte der Hexe schließlich das Geheimnis, nicht ohne zuvor in eine Kuh, Ziege, einen Frosch und Hasen verwandelt zu werden.
Buchfink und Clapp machten eindrücklich klar, dass im Königreich der Fantasie (fast) alles erlaubt ist und zu einem glücklichen Ende geführt werden kann. Nur einen nicht zu verhindernden Fehler hatte das Spiel, es war viel zu schnell vorbei. Eine Stunde konnte nach Herzenslust gelacht und am Ende begeistert geklatscht werden.
Nochmal von vorne
»Jetzt sollen sie noch einmal von vorne anfangen«, wünschte sich die fünfjährige Lisa aus Achern. Ein schöneres Kompliment hätten sich die Schauspieler nicht ausdenken können.
Auch Kulturchef Joachim Lemme wurde erneut vom Buchfink-Fieber ergriffen. Daher hat er für das »gong«-Programm der nächsten Saison bereits zwei neue Aufführungstermine gesichert.
Die ausgefuchsten Komödianten des Buchfink Theaters gaben den 350 Kindern die Möglichkeit, den sich herrlich albern entwickelnden Handlungsfaden zu beeinflussen.
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