Brillantes Feuerwerk sinfonischer Blasmusik
Musikverein »Harmonie« Nußbach überzeugte das Publikum beim Jahreskonzert in der Kronguthalle mit seinen Qualitäten / Sicher in vielen Genres
Das Jahreskonzert des
Musikvereins »Harmonie« Nußbach wurde für die Besucher der Kronguthalle ein Erlebnis. Unter Leitung von Thierry Abramovici bot das knapp 70-köpfige Ensemble ein neu einstudiertes und anspruchsvolles Programm.
Das Jahreskonzert der »Harmonie« Nußbach am Samstagabend in der Kronguthalle war der musikalische Höhepunkt des Vereinsjahres. Vorsitzender Christian Sämann hieß rund 400 Besucher willkommen Er stellte das Motto vor, unter das Dirigent Thierry Abramovici das Konzert gestellt hatte: »Fabelhafte Wesen, Sagen und Legenden.« Kompetent und informativ, mit Besinnlichem wie auch mit Humor führte Günther Dietrich durch den Abend und konnte eine ganze Reihe musikalischer Glanzpunkte ankündigen.
So erwies sich gleich der Eröffnungstitel »Magic Ouverture« von Thomas Doss als beeindruckendes Werk. Beginnend in unbekümmerter Weise leiteten übermütige Motive zu einer ruhigen Winteratmosphäre über, die in einem musikalischen Feuerwerk mündete. Die konzertante Suite »Aus einer Sage« entführte anschließend in die Welt des Mittelalters. Der Komponist bedient sich dabei der Technik der Bassvariation und benützt auch harmonische Klänge, wie sie für die Musik jener Zeit charakteristisch sind. Dem Musikverein »Harmonie« gelang es auch bei diesem Stück sehr eindrucksvoll, die filigranen Elemente ebenso anspruchsvoll zur Geltung zu bringen wie die kraftvollen Passagen.
In »Fiefoerniek« erzählte der Komponist Hardy Mertens anschließend das Märchen »Johann und der Alvermann«. Die Bedrohung durch die Schurken wurde vom Blechbläserregister mit Berthold Haas, Joachim Sämann und Dominik Kempf tonmalerisch geschildert. Die betörenden Schalmeienklänge der Liebe zu Rosita brachte neben den Flötistinnen Therese Baumann, Ellen Kasper und Rosita Baumann auch Johannes Welle zum Ausdruck. Das Tongemälde »Pilatus, der Drachenberg« von Steven Reineke, ein Stück voller Energie und Vitalität, setzte den eindrucksvollen Schlusspunkt unter den ersten Teil des Programms.
Ausdrucksstark
Mit sinfonischer Blasmusik ging es nach einer Pause weiter. So entführte »Der Flug des Pegasus« des US-Komponisten David Shaffer in die griechische Mythologie. Das Stück schildert den Luftkampf des korinthischen Helden Bellerophon, der auf dem geflügelten Pferd Pegasus reitet, gegen ein ziegenköpfiges, feuerspeiendes Monster. Ein Werk, dessen Dramatik das Orchester sehr ausdrucksstark spielte.
Höhepunkt des Konzerts war die Vertonung des Kinderbuches »The Wind in the Willow« durch den holländischen Komponisten Jahan de Meij. Neben Stefan Ritter, der an der Posaune eine Kröte meisterhaft in Szene setzte, hatte das Schlagzeugregister mit Peter Sauer, Florian Huber, Matthias Wassmer, Tobias Schwab und Jan Lerch bei diesem Stück einen starken Auftritt. Dunkel und geheimnisvoll wurden anschließend die Verbrecherjagden des legendären »Batman« lebendig, das Medley aus dem Soundtrack des gleichnamigen Films wurde von Sahashi Toshihiko zusammengestellt.
Nach Gänsehautfeeling war zum Schluss des Konzerts noch einmal eine Reise in die Zauberwelt angesagt mit der Vertonung des Kinderbuchklassikers »Der Zauberer von Oz« und dem Medley aus dem Musical-Film von James Bates. Nach dem harmonischen-schwungvollen Streifzug durch das Land Oz bildete der Hit »Over the Rainbow« den krönenden musikalischen Abschluss.
Oberbürgermeister Matthias Braun sprach der Kapelle im Anschluss an das Konzert ein großes Lob aus. »Es war ein Genuss, Ihnen heute zuzuhören«, wandte er sich an die Musiker. »Musik bedeutet Erfahrung von Sinnlichkeit und kann den Reichtum dieser Welt sichtbar machen«, zitierte er. Genau dies sei durch das Musizieren an diesem Abend einmal mehr deutlich geworden. Für den minutenlangen Applaus der Besucher dankte das Orchester mit zwei Zugaben.
STICHWORT
Leistungen
»Wir haben am Ende eines anstrengenden Jahres gezeigt, wozu wir musikalisch fähig sind«, sagte Vorsitzender Christian Sämann am Ende des Konzerts. Die Kapelle präsentierte sich unter Dirigent Thierry Abramovici als hervorragendes Orchester sinfonischer Blasmusik. Außerdem brachten die Mitglieder des Vereins zusätzlich zur musikalischen Arbeit insgesamt 5800 ehrenamtliche Arbeitsstunden auf, um ihr neues Vereins- und Probelokal weitgehend fertigzustellen. Die Einweihung ist am 20. März im Rahmen eines Tags der offenen Tür geplant.
Feine Nuancen brachte die Nußbacher Blaskapelle ebenso zur Geltung wie dramatische Sätze.
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