BLHV-Ortsverein Erlach hielt Jahreshauptversammlung ab
Kürzlich hielt der BLHV, Ortsgruppe Erlach, seine Jahreshauptversammlung ab. Egon Busam und sein Stellvertreter Josef Huber erhielten für weitere drei Jahre das Vertrauen der Basis.
Die Jahreshauptversammlung des BLHV, Ortsgruppe Erlach, war wie fast üblich bei allen bäuerlichen Veranstaltungen, von schwacher Besucherzahl geprägt. Nichtsdestotrotz konnte der ErsteVorsitzende, Egon Busam, von einem inhaltlich stark geprägten Jahr berichten. An insgesamt 15 Veranstaltungen, politischen Veranstaltungen oder sonstige Aktivitäten habe man teilgenommen. Zusammen mit dem Schwarzwaldverein und der Stadt Renchen wurde auch die »Romantikbrücke« erneuert. Hauptredner Franz-Josef Müller ging auf die »politische Situation« in Deutschland ein. »Kaum verbessert« habe sich die Einkommenssituation der Bauern in Deutschland. Heute erhält der Landwirt von einem Euro Verbraucherausgaben nur noch 23 Cent zurück. In den Siebziger Jahren war der Betrag doppelt so hoch. Hinzu komme noch eine unbefriedigende Marktpreislage. Die Statistik weist einen Einkommenseinbruch von 25 Prozent aus. So war zum Beispiel am Apfelmarkt ein Preiseinbruch von bis zu 30 Prozent zu vermelden. Hinzu kommt noch die »Laune der Natur «; so war zum Beispiel ein Hagelschaden von 55 Millionen Euro an einem Tag im Bodenseegebiet zu verzeichnen. Als nicht befriedigend wurde das vergangene Obstjahr bezeichnet. Auf Grund von einer überdurchschnittlichen Ernte konnten keine vernünftigen Erzeugerpreise erzielt werden. Der BLHV-Kreisverbandsvorsitzende bezeichnete die Land- und Forst- als wesentlichen Wirtschaftsfaktor. Mit einem erwirtschafteten Gesamtvolumen von 54,2 Milliarden Euro rangiert die Landwirtschaft weit vor anderen Wirtschaftszweigen wie das Papiergewerbe oder die Textil- und Bekleidungsindustrie. Somit hängt jeder achte Arbeitsplatz in Deutschland unmittelbar von der Landwirtschaft ab. Müller prangerte auch die totale Markt-Übermacht der Lebensmittel-Konzerne an und verwies auch auf den Verdacht von Preisabsprachen zwischen Handelsketten und Herstellern. Als »Unding ersten Grades« bezeichnete Müller die Dieselbesteuerung: Während französische Bauern 0,6 Cent an den Staat abliefern, müssen ihre deutschen Kollegen 25 Prozent Steuern berappen. Die osteuropäischen Bauern erhalten dagegen ihren Treibstoff steuerfrei. »Im vereinten Europa sind wir von einer Harmonisierung noch weit entfernt«, so Franz-Josef Müller in seinem Schlusswort.