Achtklässler kommen nun doch früher nach Hause
Stundenplanänderung an der Werkrealschule Achertal macht es möglich
Die Werkrealschule Achertal hat ein Problem gelöst. Für die 8 b, die seit diesem Schuljahr täglich von Kappelrodeck nach Ottenhöfen und zurück fahren muss, hat eine Stundenplanänderung Erleichterung geschaffen.
Zwölf Schüler besuchen die 8 b der neuen Werkrealschule Achertal, elf kommen aus Kappelrodeck und einer aus Ottenhöfen, wo die achten Klassen seit September unterrichtet werden. Die ARZ hatte am 22 September berichtet, dass diese elf Schüler dreimal pro Woche länger an der Schule bleiben müssen, weil der Zug nach Hause ungünstig fährt, wenn bis zur sechsten Stunde unterrichtet wird (Schule ist aus um 12.55, der Zug fährt um 13.53 Uhr).
Auch Kappelrodecks Bürgermeister lag dieses Problem am Herzen. Nun hat der kommissarische Leiter der Erwin-Schweizer-Schule in Ottenhöfen, Josef Köninger, den Stundenplan im größeren Stil umgeplant. Der kommissarische Leiter der Werkrealschule Achertal, Erich Ketterer, hat dem zugestimmt.
Nur noch freitags
Das Ergebnis: Nur noch freitags muss die 8 b länger in der Schule bleiben – betreut von Lehrkräften. »Wir haben da jetzt eine sehr gute Lösung gefunden«, sagt Ketterer. Das Erstaunliche sei, dass die 8 b die verlängerte Schulzeit gar nicht so schlecht gefunden habe, da sie mit Klassenlehrerin Christiane Schädle die rund 35 Minuten gut für Hausaufgaben nutzen konnte, erzählt Ketterer. Doch es gibt noch weitere Baustellen (siehe Stichworte).
Ketterer versteht den Ärger, den die Eltern der Kappelrodecker Achtklässler anfangs verspürt haben: »Wenn etwas Neues kommt, denkt jeder erst einmal an das eigene Kind, das ist doch klar.« Dass bei der Fusion zweier Schulen und der Abstimmung der Schulpläne und Fahrzeiten der Busse und Bahnen nicht alles reibungslos funktionieren kann, sei nicht sofort gesehen worden.
Den Vorwurf, dass Problem nicht rechtzeitig angegangen zu sein, weist Ketterer von sich
Die Schulleitung habe so früh wie möglich geplant. Umso froher ist der derzeitige Leiter nun, dass die Eltern erkennen können, dass in der Schule alles Mögliche getan worden sei, um den Schülern einen guten Start zu ermöglichen.
STICHWORT 1
Beispiel Seebach
In Seebach war es Hauptamtsleiter Markus Brügel, der sich der Schülerbeförderung angenommen hat. Er hat den Behörden vorgerechnet, dass aus dem Mummelseedorf sieben Schüler die Lender, 29 Schüler das Gymnasium Achern, 59 Schüler die Realschule und 28 Schüler die Hauptschule besuchen. Die morgendliche Anbindung ins Tal hinab klappe gut.
Das Problem war bisher, dass zwischen 13.45 und 17 Uhr kein Bus zurück ins Dorf fuhr. Brügel hat nun erwirkt, dass ein Bus um 15.58 in Ottenhöfen abfährt. »Das entspannt die Lage. Wir sind da wirklich eine längere Zeit vorstellig gewesen«, sagt Brügel.
STICHWORT 2
Eltern gefordert
Die Schülerbeförderung im Achertal hat so seine Tücken. Das Problem der 8 b aus Kappelrodeck ist längst nicht das einzige. Bus und Bahn werden hauptsächlich von Schülern genutzt. In den Ferien sind die Züge und Busse leer oder fahren erst gar nicht, zu Schulzeiten hingegen sind sie morgens oder mittags überfüllt, was vielen Eltern gar nicht gefällt. Derzeit ist die Halle in Ottenhöfen wegen Umbaus geschlossen, deshalb müssen manche Schüler zum Sportunterricht nach Seebach gebracht werden – auch das will organisiert sein.
Eltern von Ottenhöfener Siebtklässlern berichten der ARZ, dass sie fast täglich ihre Kinder nach Kappelrodeck fahren oder dort abholen müssen – obwohl sie für jedes Kind monatlich rund 30 Euro für eine Fahrkarte bezahlen. Das nervt die Eltern.
Wenn zum Beispiel für die Siebtklässler in Kappelrodeck montags nach der neunten Stunde oder dienstags nach der dritten Stunde der Unterricht endet, müssten die Schüler sehr lange warten, bis sie ein Zug wieder nach Ottenhöfen bringt. Deswegen bilden die Eltern Fahrgemeinschaften, um ihre Kinder mit dem Auto abzuholen.
In Kappelrodeck beginnt die zweite Schulstunde um 8.15 Uhr. Der Zug aus Ottenhöfen kommt um 8.09 Uhr an, zwölf Minuten brauchen die Schüler zu Fuß zur Schule, kommen also zu spät. Deshalb müssen sie derzeit schon den ersten Zug um 7 Uhr nehmen und dann eine Stunde warten – auch das bringt Ärger. Hier könnte eine bereits anvisierte Vorverlegung der Zugverbindung Abhilfe schaffen. Zum 12. Dezember wird der Fahrplan gewechselt.
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