Acher und Mühlbach auffällig
Wasserqualität entspricht nicht der europäischen Norm / Infoveranstaltung am Mittwoch im Rathaus
Von einem guten Zustand sind die Acher und der Mühlbach ein ganzes Stück entfernt. Bis 2015 fordert der Gesetzgeber Abhilfe. Was alles getan werden muss, soll am Mittwoch ab 18 Uhr im Acherner Rathaus vorgestellt werden.
»Wir haben eine Acher, die nicht der Norm in Europa entspricht«, bringt es Bernd Serr von der Abteilung Umwelt beim Regierungspräsidium Freiburg auf den Punkt Der Bach, der aus dem Achertal kommt und in Oberachern in Mühlbach und Feldbach aufgeteilt wird, sei nicht dramatisch schlecht: »Meine Füße würde ich reinhalten.« Aber eine Suppe würde sich der Fachmann aus dem Bachwasser nicht kochen, wie er es ausdrückt.
90 Seiten umfasst der Untersuchungsbericht, den das Regierungspräsidium bei einem Ingenieurbüro für Wasserbau und Wasserwirtschaft und einem gewässerökologischen Labor in Auftrag gegeben hat. Mehr als ein Jahr lang wurden dafür die Flüsse beobachtet und untersucht. Das war nötig, weil Acher und Mühlbach zu den auffälligsten Gewässern im Regierungsbezirk gehören. »Das ist aber nicht wirklich eine Neuigkeit«, so Bernd Serr: »Viele Themen kennt man schon lange.«
Die Steinbrüche im oberen Achertal spielen eine Rolle für die eher schlechte Qualität der Acher, aber auch die vielen Kleinkläranlagen im weiteren Verlauf. Die kommunalen Kläranlagen Kappelrodeck und Achern tragen dazu bei, dass die Werte nicht gut sind, aber auch zahlreiche Regenwasser-Überlaufbecken.
»Den einen großen Verursacher hat man bei den Untersuchungen nicht identifiziert«, so der Fachmann.
Es müsse deshalb an einer Reihe von Schrauben gedreht werden, um die Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie und der entsprechenden deutschen Gesetze zu erreichen.
Welche Maßnahmen das sein könnten, soll am Mittwochabend erläutert werden. Weil die Kleinkläranlagen im Achertal für eine ständige Zufuhr organischer Stoffe sorgen, erreicht die Acher schon im Oberlauf keine sehr gute Qualität
Auch mit dem Regenwasser wird Schmutz in die Acher gespült. Sand aus den Steinbrüchen sorgt dafür, dass das Bachbett verstopft und sich viele im Gewässer heimische Organismen nur schwer fortpflanzen können.
Fast unbefriedigend
Die Grenze zum »mäßigen Zustand« überschreitet der Mühlbach unterhalb der Acherner Kläranlage und im weiteren Verlauf wird sein biologischer Verschmutzungsgrad immer höher, bis der sogenannte »Saprobienindex« fast einen »unbefriedigenden Zustand« erreicht.
Nach der Ausleitung des Mühlbachs in Oberachern erlebt die Acher, die hier auch Feldbach genannt wird, einen Temperaturanstieg. Der Untersuchungsbericht weist auf die teilweise fehlende Beschattung durch Bäume hin. Im ersten Abschnitt des Feldbachs steigt außerdem der ph-Wert des Gewässers an und überschreitet den Orientierungswert von 8,5.
In Bezug auf den Nitratgehalt wurde die Acher als »mäßig belastet« eingestuft. Die Belastung mit Phosphor im Mühlbach überschreitet laut Gutachten ab der Kläranlage Achern den gültigen Orientierungswert leicht.
Der Abbau der organischen Stoffe in den Kläranlagen Kappelrodeck und Achern sei so gut, dass die Einleitungen »keine merkliche Belastung für den Sauerstoffhaushalt der Acher darstellen.«
Schon schlechtere Zeiten
Gegenüber den letzten Erhebungen der Wasserqualität im Jahr 2007 habe sich an den Befunden kaum etwas geändert, heißt es noch in dem Gutachten. Allerdings ist dort auch zu lesen, dass Acher und Mühlbach schon schlechtere Zeiten gesehen haben. In den 80er und 90er Jahren habe der Mühlbach auf der ganzen Länge ab der Kläranlage Achern das wenig schmeichelhafte Prädikat »sehr verschmutzt« getragen.
Das Acherwehr mit dem Abzweig Mühlbach: Morgen wird bei einer Informationsveranstaltung im Acherner Rathaus erläutert, welche Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität vorgesehen sind.
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